Gehaltsabrechnung: Mehr Netto im nächsten Jahr

Steuern und Freibeträge
Mit nur ein paar Minuten Aufwand können Sie Ihr Netto für 2015 um bis zu einige hundert Euro aufstocken. Freibeträge bei den Steuern machen es möglich. © picture alliance / dpa Themendie, Kai Remmers

Steuern: Viele nutzen mögliche Freibeträge nicht

Sie möchten mehr Netto im neuen Jahr? Kein Thema: Optimieren Sie einfach Ihre Steuer-Abzüge und Freibeträge! Wie Sie einige hundert Euro mehr aufs Konto kriegen können.

Der erste Schritt ist die Kontrolle der Gehaltsabrechnung. Oben links auf dem Gehaltszettel finden Sie die Steuerklasse. Ist die richtig? Nach einer Scheidung beispielsweise wechselt die Steuerklasse automatisch auf I. Sind Sie jedoch alleinerziehend, haben Sie Anspruch auf die günstigere Steuerklasse II. Das müssen Sie beim Finanzamt beantragen und dem Amt versichern, dass Sie allein leben. Auch nach einer Heirat und beim Tod eines Partners ändert sich die Steuerklasse automatisch.

Kontrollieren Sie auch, ob der Kinder-Freibetrag (‚Ki.Frbtr.‘, rechts neben der Steuerklasse) stimmt. Jedes Kind wird bei jedem Elternteil mit 0,5 Freibeträgen eingetragen.

Rechts davon finden Sie die Konfession. Ist dort etwas eingetragen, findet ein Abzug von Kirchensteuer statt.

Unmittelbar neben der Konfession wird es spannend: Haben Sie einen ‚Freibetrag‘ vermerkt? Nein? Dann können Sie in den meisten Fällen Ihr Netto deutlich erhöhen. Sie können zum Beispiel Ihre Fahrtkosten dort eintragen lassen. Die einfache Formel lautet: Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mal 0,30 Euro mal 220 Tage. Fahren Sie also 20 Kilometer zur Arbeit, sind es 20 x 0,30 x 220 = 1.320 Euro. Ein Zwölftel davon, also 110 Euro, wird aus Ihrem Monatseinkommen herausgerechnet und bleibt steuer- und abgabenfrei.

Zahlen Sie nach einer Trennung Unterhalt an den oder die Ex? Auch diese Kosten können als Freibetrag bis 13.805 Euro geltend gemacht werden. Außerdem Kinderbetreuungskosten, ein Ausbildungsfreibetrag für jedes Kind in der Ausbildung, ein Pflegepauschbetrag sowie Lohn- und Fahrtkosten von Handwerkern (bis 4.800 Euro) und Haushaltshilfen (bis 16.000 Euro). Das kann die Steuerlast ordentlich senken!

Der Freibetrag wird auf Antrag vom Finanzamt eingetragen. Für die erstmalige Beantragung gibt es ein sechsseitiges Formblatt. In den Folgejahren reicht dann für den gleichen oder geringeren Betrag ein vereinfachter Kurzantrag.

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