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Geburtsverletzungen und Anstrengung: Der Körper braucht Monate für die Erholung!

Geburtsverletzungen heilen nicht von selbst

Eine Geburt kann so anstrengend sein wie Leistungssport, fanden nun US-Forscher heraus. Und manchmal kann es Monate dauern, bis sich der Körper von den Anstrengungen wieder erholt. Auch Geburtserletzungen, heilen manchmal nicht von alleine. Auf jeden Fall sollte man nach der Geburt entspannt mit seinem After-Baby-Body umgehen.

Nach der Geburt: Gönnen Sie Ihrem Körper Erholung!
Es heißt, eine Geburt sei so anstrengend wie ein Marathon und Geburtsverletzungen sind keine Seltenheit.

Von Jutta Rogge-Strang

Doutzen Kroes hat schon wenige Wochen nach der Geburt ihren superschlanken Körper präsentiert und andere Promi-Ladys stehen ihr in nichts nach. US-Forscher fanden nun allerdings heraus, dass es bei manchen Frauen sogar Monate dauert, bis Geburtsverletzungen vollkommen verheilen und sie sich wieder wohl fühlen: "Es gibt eine große Spannbreite, wie lange eine Frau nach einer anstrengenden Geburt braucht, um ihre Heilung abzuschließen", so Janis M. Miller von der Universität von Michigan: "Frauen wird die Zeit aber nicht gegeben, um sich nach einer Geburt wirklich zu erholen."

Das Forschungsteam an der Universitäts-Schule für Krankenpflege untersuchte 68 Frauen nach der Geburt mit dem MRT. Dabei fanden die Forscher verschiedene Geburtsverletzungen: Knochenbrüche des Schambeins, Flüssigkeiten in den Muskeln und Beckenboden-Muskelrisse. Normalerweise werden Frauen nach der Geburt nicht mit einem MRT untersucht und so bleiben diese Geburtsfolgen unentdeckt, sofern sie nicht äußerlich, wie zum Beispiel ein Dammriss sind.

"Nicht alle Frauen fühlen sich sechs Wochen nach der Geburt wieder so gut, dass sie arbeiten gehen können. Und sie sind nicht verrückt", so Janis Miller. Sie empfiehlt Frauen, die auch drei Monate nach einer Geburt immer noch Schmerzen haben, keine Beckenbodenübungen machen können oder Probleme beim Sex haben, einen Arzt aufzusuchen, um sich auf mögliche Geburtsverletzungen untersuchen zu lassen.

Ein Viertel der Mütter hat Geburtsverletzungen wie Knochenbrüche

Die Beckenbodenmuskulatur ist nach der Geburt stark gedehnt. Sie liegt wie eine Acht um Harnröhre, Scheide und After und stützt den gesamten Unterleib. Durch gezielte Übungen soll sie nach der Geburt wieder gefestigt werden. Sind die Übungen jedoch schmerzhaft, stimmt etwas nicht. Und das ist gar nicht so selten: Tatsächlich hatte ein Viertel der untersuchten Frauen Knochenbrüche wie bei Leistungssportlern, bei 41 Prozent der Frauen war der Beckenmuskel gerissen. Meist heilen diese Geburtsverletzungen von selbst, aber eben nicht immer.

Raus aus dem Kreißsaal, rein ins Fitnessstudio?

Nicht nur vor diesem Hintergrund klingt es absurd, dass frisch gebackene Mütter sich möglichst bald um ihren After-Baby-Body kümmern sollen. Anstatt sich in Ruhe an die neue Baby-Situation gewöhnen und sich erholen zu dürfen, wird ihnen suggeriert, dass es völlig normal ist, nur wenige Wochen nach der Geburt wieder wie ein Topmodel auszusehen. Dabei wissen Hebammen, dass der Körper für die Regeneration ungefähr so lange braucht, wie die Schwangerschaft gedauert hat.

Dabei ist es besonders wichtig für junge Mütter, sich Zeit für sich zu nehmen und sich nicht noch zusätzlich zu überfordern. Die anstrengende Anfangsphase mit Baby ist völlig ungeeignet für weiteren Stress, gerade Sport und Diäten sind eher schädlich. Gesunde Ernährung, so viel Schlaf wie möglich und etwas Bewegung sollten erst einmal ausreichen auf dem Weg zur Normalfigur.

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