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Geburtsschmerzen: Anwesenheit des Partners verstärkt die Schmerzen

Schmerzen bei der Geburt: Anwesenheit des Partners verstärkt die Schmerzen
Frauen, die weniger Wert auf Intimität legen, empfinden die Nähe des Partners bei der Geburt als belastend. © dpa, Arno Burgi

Keine Liebe der Welt kann eine PDA ersetzen

Eine Geburt kann eine schmerzhafte Angelegenheit sein. Und eigentlich würde man meinen, liebende Menschen an seiner Seite zu haben, würde das Leiden und die Schmerzen ein wenig lindern – doch weit gefehlt! Wie eine neue Studie zeigt, wird eine Geburt für manche Frauen eher schmerzhafter, wenn der Partner mit im Raum ist.

Eine erschöpfte, zerzauste Frau beugt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht über die Krankenhausliege und presst unter Stöhnen Wehen hervor, der liebende Ehemann tupft ihr fürsorglich den Schweiß vor der Stirn, streichelt ihren Rücken, massiert ihre Hände, flüstert beruhigend auf sie ein – in unserer Vorstellung gehört der Partner zu einer Geburt dazu, um die Schmerzen der gebärenden Liebsten ein wenig zu lindern. Doch das muss nicht immer die beste Lösung sein. Im Gegenteil. Wie eine britische Studie herausgefunden hat, wird die Geburt von einer Reihe von Frauen schmerzhafter empfunden, wenn der Partner im Raum anwesend ist.

Für die britische Studie, die in dem Wissenschaftsmagazin 'Social Cognitive and Affective Neuroscience' veröffentlicht wurde, haben die Forscher 39 Frauen und deren Partner beobachtet. Mit Hilfe von Laser-'Nadelstichen' an den Fingern wurde die Schmerzaktivität im Gehirn der Frauen gemessen. Die untersuchten Frauen mussten dazu berichten, wie viel Schmerz sie empfanden, um ihre individuelle Schmerzempfindlichkeit herauszufinden. In einer sepraraten Umfrage wurden die Frauen außerdem darüber befragt, wie wichtig ihnen Nähe und Intimität innerhalb einer Beziehung sind.

Das Ergebnis mag niederschmetternd für viele Männer sein: Nicht einmal die größte Liebe der Welt kann eine PDA ersetzen. Im besten Fall hat die Anwesenheit überhaupt keinen Einfluss auf die Schmerzen der Frauen. Bei den Frauen jedoch, die insgesamt weniger Wert auf Nähe und Geborgenheit in einer Beziehung legen, werden die Schmerzen durch die Anwesenheit des Partners noch viel schlimmer. Die Anwesenheit einer anderen Person verändert die Art und Weise, wie wir mit Schmerzen umgehen, so die Erklärung der Forscher. Wer insgesamt eher ein vermeidender Typ ist, für den Nähe und Intimität innerhalb einer Beziehung nicht als bereichernd wahrgenommen wird, für den ist die Nähe eines anderen Menschen nur noch ein zusätzlicher Stressfaktor.

Sind Sie eher nicht der gefühlsselige, weiche Typ und machen Dinge eher mit sich selbst aus? Dann sollten Sie sich nicht scheuen, den werdenden Vater einfach aus dem Kreißsaal zu verbannen, um sich so richtig gehen lassen zu können und zu schreien, was das Zeug hält. Ohne dabei vom Partner mit Nähe und Gefühlen belästigt zu werden.

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