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Geburt per Saugglocke: Wann ist sie notwendig und welche Gefahren birgt sie?

Bild: Geburt per Saugglocke - Wann ist sie notwendig und welche Gefahren birgt sie?
Nicht alle Kinder kommen auf natürlichem Weg zu Welt. © Getty Images/iStockphoto, kieferpix

Viele Mütter fürchten sich vor einer Geburt per Saugglocke

Werdende Mütter hoffen inständig, dass ihr Kind über die natürliche Geburt das Licht der Welt erblickt. Der Einsatz einer Saugglocke am Ende der Schwangerschaft ist besonders gefürchtet. Doch wann wird eine Saugglocke überhaupt eingesetzt und wie funktioniert sie?

Manchmal können sich schwangere Frauen die Art der Geburt aussuchen. Beispielsweise im Fall eines Wunschkaiserschnitts. Wenn allerdings ein regulärer Kaiserschnitt gemacht werden muss oder sogar eine Saugglocke zum Einsatz kommt, hat das in der Regel nie die werdende Mutter entschieden, sondern der Arzt. Wie aber weiß der Arzt, wann es Zeit wird, das gefürchtete Geburtsinstrument zu Hilfe zu holen?

Wann ist eine Geburt mit Saugglocke notwendig?

Der Einsatz einer Saugglocke wird dann notwendig, wenn es zu einem Geburtsstillstand kommt. Bei dieser Komplikation liegt das Kind zwar bereits im Geburtskanal und auch der Muttermund ist vollständig geöffnet, doch bewegt es sich nicht mehr weiter aus dem Geburtskanal heraus.

Mögliche Gründe für einen Geburtsstillstand sind:

  • Erschöpfung der Mutter
  • eine schlechte Stellung von Babys Kopf im Becken
  • schwächer werdende Wehen

Gefährlich ist vor allem, dass das Baby in dieser Zwischenposition nur noch sehr schlecht mit Sauerstoff versorgt wird und seine Herzfrequenz sinkt.

Da der Arzt nun aber keinen Kaiserschnitt mehr durchführen kann, greift er zu einer Alternative: der Saugglocke.

Wie funktioniert eine Saugglocke?

Zugegeben: Der Name ‚Saugglocke‘ klingt nicht gerade so, als hätte das entsprechende Gerät auch nur das Geringste in einem Kreißsaal zu suchen – sondern als gehöre es eher zur Standardausrüstung jedes anständigen Sanitärinstallateurs. Doch tatsächlich wurde laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 bei 5,9 Prozent der Entbindungen eine Saugglocke eingesetzt. Bei dieser Methode sprechen Ärzte auch von einer Vakuumextraktion beziehungsweise bei dem Gerät von einem Vakuumextraktor.

Muss bei der Geburt tatsächlich die Saugglocke zum Einsatz kommen, informiert der Arzt die Mutter über das weitere Vorgehen. Außerdem wird ihr ein Schmerzmittel verabreicht, sofern sie nicht bereits eine PDA bekommen hat. Manchmal wird ein Dammschnitt vorgenommen, damit sich der Geburtskanal etwas weitet. Nachdem der Arzt die Lage des Babys im Bauch ertastet hat, wird die Saugglocke leicht am Hinterkopf des Babys angedrückt. Ein kleiner Motor bewirkt, dass die Luft zwischen dem Aufsatz und dem Köpfchen abgesaugt wird und sich die Geburtshilfe festsaugt. Bei der nächsten Wehe kann der Arzt das Baby so am Kopf aus dem Geburtskanal ziehen.

Welche Risiken birgt eine Saugglockengeburt?

Die Ängste werdender Eltern, dass das Kind von der Saugglocke Hirnschäden oder Deformierungen des Köpfchens erleiden könnte, sind in der Regel unbegründet. Zwar entsteht eine Schwellung am Kopf des Neugeborenen, auch Kephalhämatom genannt, doch verschwindet diese Schwellung nach ein paar Tagen wieder. Auch eine eventuelle Veränderung der Kopfform ist nicht dauerhaft.

Allerdings ist die Saugglockengeburt dennoch nicht ohne, da der Einsatz von Geburtshilfen von Neugeborenen oftmals als traumatisch wahrgenommen wird und es in der Folge zu Anpassungsschwierigkeiten kommen kann. Diese Schwierigkeiten äußern sich unter anderem in einem Schreibbaby, Ängste und Empfindlichkeiten (Angst vor Dunkelheit, Trennungsangst) oder einer Störung der Mutter-Kind-Bindung. Das Risiko für ein besagtes Trauma steigt, je länger das Kind im Geburtskanal feststeckt.

Auch fragen sich die Eltern und insbesondere die Mutter nach einer Geburt per Saugglocke, ob eine weitere Geburt ähnlich verlaufen wird. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt und Ihrer Hebamme. Sie werden Ihnen Ängste nehmen können, denn viele Frauen, die eine Geburtshilfe in Anspruch nehmen mussten, haben ihr nächstes Kind ganz natürlich zur Welt gebracht.

Saugglocke oder Geburtszange?

In wenigen Fällen wird bei der Geburt anstelle einer Saugglocke eine Geburtszange zu Hilfe genommen. Laut Statistischem Bundesamt waren 0,4 Prozent aller Entbindungen im Jahr 2016 Zangengeburten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist also sehr gering. Die Geburtszange kommt dann zum Einsatz, wenn die Geburt so schnell wie möglich vorangetrieben werden muss und keine Zeit mehr für die etwas längere Prozedur per Saugglocke ist.

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