Geburt: Machen Babys wirklich hässlich?

Geburt: Machen Babys wirklich hässlich?
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Jede 3. Mutter fühlt sich nach der Geburt hässlich

Wenn wir irgendwann mal aussterben sind die Männer schuld! Sie verderben den Frauen nämlich jede Lust auf Schwangerschaft! Klingt vielleicht ein bisschen hart, aber jede dritte Frau fühlt sich nach der Geburt ihres Kindes hässlich, und vom Partner nicht mehr begehrt. Ausgerechnet das schönste Ereignis im Leben eines Paares gerät immer öfter zur Sollbruchstelle einer Beziehung. Aber liegt das wirklich nur an den Männern, oder machen da vielleicht auch die Frauen einige Fehler?

Von Dagmar Baumgarten

Laut einer neuen Studie beklagt sich fast die Hälfte der Frauen, dass ihre Partner sie seit der Geburt des Kindes völlig anders wahrnehmen. Als sie gefragt wurden, was sie glauben, wie ihr Partner sie jetzt in einem Wort beschreiben würde, sagten nur wenige "weiblich", fast zwei Drittel glauben, dass er "müde" sagen würde. Ok, das klingt nicht gerade sexy.

Frustrierend ist für den Großteil der Befragten, dass sie nur noch als "Mutter" und nicht mehr als "begehrenswerte Geliebte" gesehen werden.

Und abgesehen davon, was die Frauen so glauben, was die Männer von ihnen denken, haben sie auch tatsächlich nach der Geburt ihrer Kinder deutlich weniger Sex. Natürlich spielt da der veränderte Hormonhaushalt eine Rolle. Aber eben auch, dass das Leben eines jungen Elternpaares natürlich total auf den Kopf gestellt wird. Dass die jungen Mütter als müde wahrgenommen werden, liegt daran, dass sie es auch sind. Natürlich ist das anstrengend plötzlich 24 Stunden für einen Säugling sorgen zu müssen. Ein Baby ist ja nicht nur ein Zusatz in der Partnerschaft. Eigentlich kommt man dadurch ja in eine ganz andere Phase. Und das irritiert besonders junge Paare. Denn gerade junge Mütter setzen sich enorm unter Druck, weil sie glauben, dass sie weiterhin auch die perfekte Geliebte sein müssen. Weil sich ihr Partner sonst anderweitig umsieht.

Und da wird es dann besonders schwierig. Natürlich verändert sich der Körper einer Frau dramatisch während einer Schwangerschaft. Das ist ja auch sein Job. Und normale Frauen können sich keine drei Personal Trainer, und sonstige Hilfen leisten, die sie in kürzester Zeit wieder auf Heidi Klum, oder Victoria Beckham Maße zurückschrauben.

Besonders junge Mütter leiden nach der Geburt

Wenn sich also eine Durchschnitts- Mutter vor den Spiegel stellt, sieht sie deutliche Veränderungen im Vergleich zu der Zeit als sie ihren Liebsten im engen Schwarzen aufgerissen hat. Anders ist ja erst mal nicht schlimm. Dass ihre veränderte Silhouette allerdings so ein Schock besonders für junge Mütter ist, zeigt eigentlich vor allem, wie perfekt Frauen sein wollen, weil sie glauben, es sein zu müssen. Aber wie sieht der Partner das wirklich? Findet er die neuen Pölsterchen, oder auch die Dehnungsstreifen wirklich so schlimm? Oder turnt ihn eher die ständige Unzufriedenheit der ständig an sich rumnörgelnden Partnerin ab?

Die Hälfte der befragten Frauen gab an, ihren Körper sogar zu hassen. Das wird in einigen Fällen sicherlich durch unsensible Männer gefördert, die weiterhin die sexy Braut an ihrer Seite haben wollen. Die Angst, nicht mehr begehrenswert zu sein ist ja auch nicht ganz unbegründet. Ein erschreckend hoher Prozentsatz der Männer tun es Boris Becker gleich, und betrügen ihre Frauen in der Schwangerschaft. Deshalb kann man die Reaktion der Frauen eben auch nicht einfach als postnatale Hormonhysterie abhaken.

Auffallend ist, dass die Unzufriedenheit der Frauen mit steigendem Alter abnimmt. Vielleicht weil da auch die Partner schon älter und gelassener sind? Und beide reif genug sind, um mit den völlig neuen Lebensumständen anders umzugehen? Wie habt Ihr es erlebt? Was hat sich bei Euch durch die Schwangerschaft verändert?

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