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Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung auch für Jungen?

HPV-Impfung auch für Jungen
HPV-Impfung auch für Jungen Sich selbst und gleichzeitig andere schützen 00:02:18
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Erreger auch für Männer gefährlich - HPV Impfung für beide Geschlechter

Der Impfstoff gegen Humane Papillomaviren (HPV) könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern auch Jungen vor gefährlichen Krankheiten schützen. Mädchen soll die Immunisierung vor Gebärmutterhalskrebs, der durch die HP-Viren ausgelöst werden kann, bewahren. Doch auch für Jungen und Männer sind die Erreger gefährlich, schreibt die Pathologin Margaret Stanley von der britischen Universität Cambridge im Fachjournal 'Nature'.

HPV-Impfung auch für Jungen?
Der Impfstoff gegen Humane Papillomaviren (HPV) könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern auch Jungen vor gefährlichen Krankheiten schützen. © picture-alliance/ dpa, DKFZ

Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen (80) vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg setzt sich schon länger für die Impfung von Jungen ein. "Wenn wir wirklich die Viren in einem vorhersehbaren Zeitraum drastisch reduzieren oder ausrotten wollen, können wir das nur, wenn beide Geschlechter geimpft werden", sagte zur Hausen. Der Wissenschaftler hatte 2008 für seine Entdeckung, dass Papillomaviren Gebärmutterhalskrebs verursachen können, den Nobelpreis bekommen.

Die Viren seien auch die Hauptursache für Anal-, Mandel- und Zungenkrebs, schreibt die Expertin Stanley. Außerdem hätten sie oft wesentlichen Anteil an der Entstehung bösartiger Tumore an Penis und Kehlkopf. "Man vermutet, dass sie der Haupterreger von fünf Prozent aller menschlichen Krebserkrankungen sind." Hinzu kommt vor allem: Männer können die Viren beim Sex auf Frauen übertragen.

Außerdem weist zur Hausen auf eine weitere mögliche Folge der Viren hin: "Genitalwarzen, vor denen zumindest einer der Impfstoffe schützt, sind eine äußerst unangenehme und unerfreuliche Infektion." Mit einer Impfung können die sogenannten Feigwarzen verhindert werden. Bislang befürworteten jedoch nur die USA, Kanada, Australien und Österreich die Impfung von Jungen. In diesen Ländern werden die Kosten sogar von den Kassen übernommen.

HPV-Impfung: Reicht der Herdeffekt aus?

Vom Herdeffekt (Herdimmunität) sprechen Experten, wenn Impfungen einzelner Personen die weitere Verbreitung einer Krankheit stoppen oder bremsen - und so auch nicht geimpfte Menschen geschützt werden. Es gebe die Annahme, der sogenannte Herdeffekt reiche aus, meinte zur Hausen. Das sei aber „etwas naiv“, wegen der zu geringen Impfraten bei Mädchen. In Deutschland sind 40 bis 50 Prozent der Mädchen geimpft.

Empfohlen wird in jungen Jahren zu impfen. Die beste Wirkung habe die Impfung vor dem ersten Sexualverkehr. Daher sollte sie zwischen dem 9. und 18. Lebensjahr statt finden.

Stanley hält in ihrem Beitrag ein wahres Plädoyer für die Impfung der Jungen: "Alle Männer, unabhängig von der sexuellen Orientierung, begegnen einem erheblichen und steigendem Risiko HPV-assoziierter Krankheiten." Es sei nicht ethisch, fair oder sozial verantwortungsvoll, Männer dazu zu zwingen, sich auf eine Herdimmunität zu verlassen, die für Jahrzehnte nicht erreicht werde.

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