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Gebärmutter entfernt: Nie mehr starke Blutungen

Gebärmutter
Anneke litt jahrelang unter starken Schmerzen. Erst durch eine Hysterektomie hatte ihr Leiden ein Ende. © studiovespa - Fotolia, Krzysztof Szpil

Gebärmutter entfernt. Mit Mitte 30 begannen Annekes Probleme

Bei Anneke ging es mit Mitte 30 los. Von Monat zu Monat wurde die Periode schmerzhafter und die Blutungen stärker. Anfangs dachte sie sich nichts dabei. "Ich hielt es für die Ausnahme von der Regel", scherzt die 46-Jährige heute. "Als ich dann nach einem dreiviertel Jahr immer öfter Zwischenblutungen neben der Periode bekam", erinnert sich Anneke, "bin ich zum Gynäkologen gegangen". Die Diagnose: Menstruationsstörungen und Gebärmuttermyome.  

Von Daniele Erdorf

Anneke wurde operiert, die Myome abgetragen. Zunächst ging es der Management-Assistentin auch besser, und sie glaubte Ruhe mit dem Thema zu haben. Aber etwa zwei Jahre später setzten erneut schwere Blutungen und Menstruationsstörungen ein. Anneke: "Das war der pure Horror - du hast wichtige geschäftliche Besprechungen gehabt, und konntest vor Bauchweh kaum sitzen. Und das nicht nur einmal im Monat. Dann noch die Panik, ob der Tampon der Sache auch standhält. Das war eine echte Belastung im Job".

Schmerzen und heftige Blutungen, bevor die Gebärmutter entfernt wurde

Aber auch nach Büroschluss litt Anneke unter dem Problem: "Plötzlich Schmerzen oder sogar Krämpfe und starke Blutungen zu bekommen, begleitet dich überall. Tabletten zu nehmen, ist da langfristig auch keine Lösung. Außerdem habe ich mich damals richtig erschrocken, wie schlimm das werden konnte. Oft habe ich mir nachts sogar den Wecker gestellt, um Binden oder Tampons zu rechtzeitig auszuwechseln. Schließlich wollte ich nicht ständig die Bettwäsche wechseln müssen".

Anneke schleppte sich noch geraume Zeit weiter durch.  

Der Beziehung tat das Frauenleiden auch nicht gut: "Mein Freund hat zwar immer gesagt 'du Arme' und war lieb zu mir, aber ab und an ist ihm dann doch mal ein genervtes 'schon wieder?' rausgerutscht". Auf Sex hatte Anneke irgendwann kaum noch Lust und auch der Kinderwunsch nahm immer weiter ab. Als sie Anfang 40 war, wurden bei einer gynäkologischen Routine-Untersuchung neue und sehr große Myome festgestellt, die fast den ganzen Uterus durchwuchert hatten. Anneke: "Das war der Moment, in dem mein Gynäkologe zu ersten Mal das Thema Hysterektomie ansprach".

Durch die Hysterektomie wurde das Leiden beendet

Anfangs sträubte sie sich gegen die Eingriff. "Es war ja kein Krebs, der die Gebärmutterentfernung unbedingt notwendig gemacht hätte". Außerdem war es eine bewusste, endgültige Entscheidung gegen Kinder. "Damit habe ich mich schwer getan, obwohl ich schon gar keinen richtigen Kinderwunsch mehr hatte." Hinzu kam die Angst vor dem Operations-Risiko: "Selbst wenn du einen guten Chirurgen hast, dem du vertraust: passieren kann immer was". Anneke ließ sich noch mal acht Monate Zeit, aber dann war der Leidensdruck so hoch, dass sie sich für Gebärmutterentfernung entschied.  

"Ich habe fünf Tage im Krankenhaus gelegen, kaum Schmerzen gehabt und dank Laparoskopie nur minimale Narben übrig behalten". Anschließend durfte sie eine Weile nichts Schweres tragen, aber das war es auch schon. "Heute bin ich froh, dass ich es habe machen lassen", sagt Anneke. "Ich habe keine Probleme mehr mit Menstruationsbeschwerden oder mit dem Sex und fühle mich richtig wohl."

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