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Gebärmutter entfernt: Ärzte übersehen Schwangerschaft

Hysterektomie trotz Schwangerschaft: Ärzte übersehen Fötus
Hysterektomie trotz Schwangerschaft: Ärzte übersehen Baby © picture-alliance/ dpa, Patrick Pleul

Gebärmutter entfernt: Ärztefehler bei Hysterektomie

Diese Geschichte macht uns sehr betroffen: Einer Frau wurde die Gebärmutter entfernt, obwohl sie in der 14. Woche schwanger war. Die Ärzte hatten die Schwangerschaft schlichtweg übersehen. Hysterektomie trotz Schwangerschaft - ein Albtraum für jede werdende Mutter.

Von ihrer Schwangerschaft nichts ahnend, unterzog sich Suzanne Doherty 2007 der Operation im Royal Cornwall Hospital im englischen Cornwall. Das medizinische Personal bemerkte lediglich, dass der Uterus der Patientin unnormal groß war - offenbar kein Grund, genauere Untersuchungen anzustellen.

Der Eingriff fand wie geplant statt. Doch als die Patientin aus der Narkose erwachte, erwartete sie eine Schocknachricht. "Mir wurde gesagt, die Operation sei erfolgreich verlaufen, aber bedauerlicherweise sei ein Fötus entdeckt und dabei getötet worden", erinnert sich die dreifache Mutter.

Der Fehler blieb für die Verantwortlichen nicht ohne Folgen: Dem behandelnden Arzt wurde die Zulassung entzogen und der Familie ein Schmerzensgeld in Höhe von 62.000 Pfund (rund 76.270 Euro) zugesprochen. Für Suzanne Doherty ist das nur ein schwacher Trost. "Das Geld können wir für unsere Kinder gebrauchen, aber es bringt uns niemals den verlorenen Sohn zurück", sagt die 42-Jährige, die vor lauter Trauer über den Verlust des Kindes bis heute an Depressionen leidet.

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