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Gaffen bei Unfällen: Darum starren wir hin, wenn anderen etwas Schlimmes passiert

Gefährliche Neugier: Warum Menschen bei Unfällen gaffen
Gefährliche Neugier: Warum Menschen bei Unfällen gaffen Glotzen und Knipsen 00:02:05
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Glotzen und Knipsen

Gaffen bis der Arzt kommt - und das wortwörtlich. Bei Unfällen können Menschen ihre Neugier kaum zurückhalten. Das geht sogar so weit, dass sie auf der Autobahn das Auto verlassen, um besser sehen zu können, was vor ihnen passiert ist - eine absolute Gefahr! Doch woher kommt der Drang zu Gaffen? Experten wissen: Das ist ein menschlicher Instinkt. 

Einsatzkräfte werden von Gaffern behindert

Unfälle passieren täglich auf deutschen Straßen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erfasste die Polizei von Januar bis Juli 2016 insgesamt 1,46 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Doch häufig haben Einsatzkräfte große Schwierigkeiten an die Verletzten heranzukommen. Der Grund: Gaffer. 
Sie blockieren Rettungswege, behindern Einsatzkräfte und fotografieren die Unfallstellen. Die Neugier ist so groß, dass die Gaffer sogar ihr eigenes Leben in Gefahr bringen. 

Gucken statt Helfen

Experten kennen die Gründe für dieses Phänomen. Psychologin Susanne Veit weiß: "Wir machen das, weil wir Bilder zu sehen bekommen, die wir in unser normales Leben nicht integrieren können. Wir versuchen diese 'anderen Bilder' einzuschätzen, einzuordnen." 

Häufig vergessen die neugierigen Personen sogar, zu helfen. Statt erste Hilfe zu leisten oder einen Krankenwagen zu rufen, fotografieren und gaffen sie. Wir haben den Test gemacht: Wie reagieren Passanten auf einen verletzten Fahrradfahrer in der Innenstadt? Das Ergebnis sehen Sie im Video!

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