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G8-Abitur: Wie sinnvoll ist das Turbo-Abi nach acht Jahren Gymnasium?

G8-Abitur oder G9: Das sagen die Schüler

Abitur bereits nach acht statt nach neun Jahren: Viele Schüler und Eltern sagen, das sei der blanke Horror, man müsse nur noch lernen und habe keinerlei Freizeit mehr. Diese Kritik bleibt nicht ungehört, denn jetzt wollen die ersten Bundesländer zurück zum alten G9-Modell - allen voran Niedersachsen, das die Reform von der Reform schon beschlossen hat. Doch wie gefällt den Schülern diese Aussicht eigentlich?

Ist den Schülern das G8-Abitur überhaupt lieber?
Viele Schulen gehen weg vom Turbo-Abitur © dpa, Tobias Kleinschmidt

An der Goethe-Schule in Hannover etwa gibt es Irrungen und Wirrungen, was die Klasse 13 betrifft - denn die könnte es bald schon wieder geben. Für die Schüler wäre der Stress mit dem Turbo-Abi dann bald wieder Geschichte. Diese geben an, unter Druck zu stehen, weil der Drill zu lernen relativ stark ist: Bereits ab der 10. Klasse wird man darauf vorbereitet, nach zwölf Jahren das Abitur zu schaffen.

Die Lehrer geben zu: Während die Schüler Probleme haben, den Lernstoff nachzubereiten, fällt es den Lehrern schwer, den Lehrplan zu erfüllen. Vor allem die Lesezeit, die im Deutschunterricht so wichtig ist, geht verloren. Obwohl das Turbo-Abi immer schon umstritten war, wurde es fast überall in Deutschland eingeführt. Mittlerweile gehen viele Schüler wieder weg vom G8-Abitur hin zu G9.

Doch der Stress für die Schüler, mit dem das Turbo-Abitur immer belegt wird, wird von Experten immer wieder angezweifelt. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnten keine Unterschiede im Stresserleben zwischen acht- und neunjährigen Bildungsgängen festgestellt werden.

G8-Abitur oder G9 in Niedersachsen?

Und auch nicht alle Schüler begrüßen die Entwicklung - schließlich waren sie es, die sich an das Turbo-Abitur gewöhnen mussten. Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass der erste Abiturjahrgang in Niedersachen nach zwölf Jahren die Schule verlassen hat. "Wenn man das jetzt wieder zurückstellt, gibt es nochmal Chaos und Verwirrung - und das macht unsere Schule auf Dauer kaputt" so Schülersprecher Nils Wollik von der Goethe-Schule in Hannover. Eine Turbo-Reform soll es laut Ministerium aber nicht geben. Die Schüler jedenfalls wünschen sich, dass die Verwirrungen um die Klasse 13 bald der Vergangenheit angehören.

Auch Vereine wünschen sich, dass G9 wieder eingeführt wird. So würden sich vielleicht wieder mehr Schüler dazu entscheiden, sich sportlich oder ehrenamtlich zu engagieren.

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