LIEBE LIEBE

Für den Falschen entschieden: Was tun, wenn man den Richtigen verliert?

Für den Falschen entschieden: Was tun, wenn man den Richtigen verliert?

Haben Sie sich für den Falschen entschieden?

Es vergeht oft ein großer Teil der weiblichen Lebenszeit damit, den sogenannten „Richtigen“ zu finden. Ist der Richtige schließlich irgendwann da, ist sich jede Frau, die vorher über die Mühsal des Suchens gestöhnt hat, sicher: Der Aufwand hat sich gelohnt. Liebesglück ist das schönste Wunder.

Von Birgit Ehrenberg

Viele Frauen haben dieses Wunder noch nicht erlebt. Im Gegenteil haben sie einen Mann erwählt, von dem sie glaubten, dass es der Richtige ist, stattdessen hat er sich früher oder später als total falsch entpuppt. Mir sind diverse Frauen bekannt, die sich trotzdem nicht trennen, wegen der Kinder, aus Angst, allein zu bleiben, aus finanziellen Gründen. Sie dümpeln stattdessen an der Seite eines Mannes vor sich hin, der nicht zu ihnen passt. Das tut weh, das höhlt aus. Der falsche Mann, das ist Gift für eine Frau. Der richtige Mann aber, das ist das Lebenselixier schlechthin.

Ich verurteile keine Frau, die den Absprung aus einer traurigen Beziehung nicht schafft, diese Frauen tun mir leid. Als wenn das Unglück an der Seite eines unpassenden Partners nicht schon schlimm genug ist, habe ich hier noch ein größeres Unglück parat. Wenn man eines Tages erkennt, dass der Mann, mit dem man glücklich geworden wäre, schon längst auf der Lebensbühne erschienen ist. Und man ihn hat abtreten lassen, weil man nicht verstanden hat: Der ist es!

Meistens kommt diese Erkenntnis dadurch zustande, dass man den Mann wiedersieht, zufällig oder geplant. Die Begegnung wird zu einer der dritten Art, man ist wie paralysiert. Das Denken an ihn lässt einen nicht mehr los, die Erinnerungen an die alten Zeiten kommen hoch, verdrängen die Gegenwart. Es fallen einem immer mehr wunderbare Eigenschaften ein, die dieser Mann aus der Vergangenheit hatte. Immer mehr schöne Momente, die man mit ihm verbracht hat. Meistens ist man selbst es gewesen, die den Mann verlassen hat. Eine Tragödie. Denn fast immer ist dieser Traummann nun vergeben! Man kann versuchen, ihn aus seiner neuen Bindung herauszulösen, aber wenn es ein toller Mann ist, dann haut er nicht ab, nur weil seine alte Liebe plötzlich winkt.

Den Richtigen gehen zu lassen war der schlimmste Fehler

Ich habe erlebt, dass ich den Richtigen habe gehen lassen. Als ich das verstanden habe, dachte ich, dass sei der wuchtigste Schmerz. Wie dumm! Wie fatal! Kein Liebeskummer war je schlimmer. Ich habe das so bereut.

In der Phase meines Lebens, als ich diese Fehlentscheidung getroffen habe, habe ich einfach die falschen Prioritäten gesetzt. Es gibt viele Faktoren, die einen Mann für mich zur perfekten Ergänzung machen, damals wie heute. Eine Winzigkeit war es bei meinem Mr. Right, die mich bewog, ihn zu verlassen. Dass es eine Winzigkeit war, weiß ich erst heute.

Ich habe mit einer Reihe von Frauen gesprochen, die Ähnliches erlebt haben. Das Problem ist nicht selten!

Wie gehen diese Frauen mit ihrem Los um? Wie schafft man es, nicht durchzudrehen, wenn der Mann, der es gewesen wäre, mit einer anderen Frau sehr glücklich verheiratet ist?

Ich spreche als Betroffene und Liebesexpertin: Es gibt einen Weg, diese so schmerzliche Angelegenheit mit Fassung zu tragen:

1. Man war es selbst, die die Sache vermasselt hat. Das ist schon eine gewisse Beruhigung, dass der beste Mann der Welt einen unbedingt gewollt hätte, wenn man nicht selbst derart blöd gewesen wäre.

2. Man weiß ganz genau im Nachhinein, was man will und braucht. Folge: Man wählt nie wieder den Falschen, nie wieder. Und man muss nicht jahrelang durch die Gegend irren, keine elendigen Mühen auf sich nehmen, weil man sehr schnell merkt, wenn man wieder einen Falschen vor der Nase hat. Den Richtigen dagegen wittert man sofort, lässt ihn nie wieder gehen. Das ist auf eine gewisse Weise eine Gnade, Glück im Unglück, Liebe leicht gemacht.

Eure Birgit

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