Für den Einsatz für vergewaltigte Frauen: EU ehrt Frauenarzt Denis Mukwege

Für den Einsatz für Frauen: EU ehrt afrikanischen Frauenarzt mit Sacharow-Preis
Denis Mukwege erhält den Sacharow-Preis 2014. © dpa, Handout

Ehre für Gynäkologen aus dem Kongo

Eine große Ehre für den kongolesischen Frauenarzt: Denis Mukwege ist mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments geehrt worden. Der Gynäkologe hat sich auf die Behandlung von Vergewaltigungsopfern spezialisiert und zehntausenden Frauen und Mädchen in seiner Heimat Kongo geholfen.

Denis Mukwege beschäftigt sich bereits seit drei Jahrzehnten mit der Frauenheilkunde. Im Jahr 1989 hat der Kongolese im Panzi-Krankenhaus von Bukavu mit dem Aufbau einer Gynäkologie-Station begonnen. Heute leitet er das Krankenhaus und hilft jeden Tag Frauen und Mädchen, die Opfer von sexuellen Übergriffen wurden. Haben die Patientinnen keine finanziellen Mittel, werden sie umsonst behandelt. Die Einrichtung unterstützt die Frauen außerdem psychologisch und bietet sogar eine juristische Beratung.

Mukwege gilt inzwischen als Experte für die Behandlung von Verletzungen, die von Vergewaltigungen herrühren. Diese sind im kriegszerrütteten Kongo leider nicht allzu selten, denn Vergewaltigung wird von den Kriegsparteien als Waffe eingesetzt. Der Arzt hilft nicht nur den Opfern, sondern spricht sich auch öffentlich gegen sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung aus. Dieses Engagement hätte den Arzt fast das Leben gekostet: Im Oktober 2012 drangen schwer bewaffnete Unbekannte in sein Anwesen ein und versuchten, Mukwege zu töten. Der Gynäkologe konnte unverletzt entkommen und verbrachte ein paar Monate in Europa, bevor er sich zurück nach Bukavu traute. Wie sehr die Menschen seine Arbeit dort schätzen, zeigte sich beim Empfang – er wurde von den Einwohnern mit Jubel empfangen.

Bereits 2013 wurde Mukwege mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt – einer Auszeichnung, die ebenfalls an die heutige Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai ging. Der Sacharow-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 26. November vergeben.

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