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Fuchsbandwurm: Verbreitung, Übertragung und Symptome

So gefährlich ist der Fuchsbandwurm wirklich
Die Verbreitung und Übertragung des Fuchsbandwurms erfolgt meist über Haustiere © dpa, Jens Leonhardt

Der Fuchsbandwurm - Wie im Gruselfilm

Wer kennt sie nicht, die Warnung vor den Beeren im Wald? Heidel- und Himbeersammler gelten als potenzielle Opfer des Fuchsbandwurms. Da wird eine leckere Obstmahlzeit schnell zum tödlichen Angriff aufs Leben.

Der Fuchsbandwurm ist heimtückisch, ja. Aber er lauert trotz hartnäckigen Gerüchten nicht wirklich auf jeder Beere im Wald. Viel mehr Vorsicht ist geboten im engen Kontakt mit Katzen und Hunden. Die Verbreitung und Übertragung des Echinococcus multilocularis erfolgt zumeist über unsere Haustiere.

Zu tausenden tummeln sich die winzigen Würmer im Dünndarm eines Fuchses. Ihm selbst schaden sie nicht. Die kleinen Biester machen es sich zwischen den Darmzotten bequem, ernähren sich von den halbverdauten Mahlzeiten ihres Wirtes und widmen sich ansonsten der Fortpflanzung. Mit dem Fuchskot gelangen ihre Eier in die Natur.

Der Mensch ist im Entwicklungskreislauf des nur wenige Millimeter großen Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) ein sogenannter Fehlzwischenwirt. Bei Bandwürmern muss man unterscheiden zwischen dem Endwirt - er trägt die Würmer im Darm - und dem Zwischenwirt. Der nimmt die Bandwurmeier über verunreinigte Nahrung auf, sie durchdringen die Darmwand und setzten sich in der Muskulatur als Finnen ab, die so vom Endwirt (einem Raubtier) gefressen werden sollen. Da der Mensch normalerweise nicht gefressen wird, kommt er nur als Fehlzwischenwirt in Frage. Bei ihm gelangen die Eier über Magen und Darm in den Blutkreislauf und die Leber. Dort setzen sich die Larven fest, es entwickelt sich ein tumor-ähnliches Gebilde. Bis die Krankheit (alveoläre Echinokokkose) bemerkt wird, können bis zu 15 Jahre vergehen.

Der "Tumor" wächst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien in die benachbarten Organe und metastasiert über das Blut auch in entfernte Organe. Das Krankheitsbild entspricht dem eines bösartigen Tumors und führt unbehandelt nach schleichendem Verlauf innerhalb von zehn Jahren in über 90 % der Fälle zum Tod.

Panik ist nicht angebracht

Doch die wirkliche Gefahr ist nicht so groß, wie man meinen würde. Trotz immer mehr Füchsen in unseren Wäldern sind die wirklichen Erkankungsfälle bei Menschen nicht so häufig. Seit 2001 gibt es eine Meldepflicht für die alveoläre Echinokokkose: Zwischen 2001 und 2008 sind bundesweit 149 neue Krankheitsfälle aufgetreten, im Schnitt 18,6 Fälle pro Jahr.

Guter Schutz ist seinem Haustier alle drei Monate eine Wurmkur zu gönnen. Und nach Streichel- und Kuschelmomenten mit den Vierbeinern sich ausgiebig und gründlich die Hände zu waschen.

Aufgrund der Meldepflicht hat man die meisten Echinokokkosefälle in den seit langem dafür bekannten Gebieten ausgemacht: der Schwäbischen Alb, der Alb-Donau-Region, in Oberschwaben und dem Allgäu. Und tödlich endet die Krankheit heutzutage auch nicht mehr. Allerdings muss nach der Diagnose lebenslang ein Medikament eingenommen werden.

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