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Frühgeburt: Rauchverbote schützen das Ungeborene

Studie: Weniger Frühgeburten durch Rauchverbote
In Ländern mit Rauchverbot gibt es nicht mehr so viel Frühgeburten. © dpa, Daniel Karmann

Weniger Frühgeburten durch Rauchverbote

Rauchverbote verhindern einer Studie zufolge, dass Babys zu früh geboren werden. Die Zahl der Frühgeburten und schweren Asthma-Anfälle bei Kindern in Ländern mit Rauchverboten bereits gesunken. Innerhalb eines Jahres gebe es durch Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden in Europa und Nordamerika zehn Prozent weniger Frühgeburten und junge Asthma-Patienten in Krankenhäusern, berichten Forscher in der Fachzeitschrift 'Lancet'. Die Zahl der Neugeborenen mit sehr geringem Geburtsgewicht sei um fünf Prozent gesunken.

Das Team um Jasper Been von der Universität Maastricht (Niederlande) hatte elf Studien aus den Jahren 2008 bis 2013 ausgewertet, sechs aus Europa und fünf aus Nordamerika. Die Daten umfassten 2,5 Millionen Geburten und knapp 250.000 klinisch behandelte Asthma-Anfälle bei Kindern. "Zusätzlich zu den bereits bekannten Vorteilen für die Gesundheit von Erwachsenen beweist unsere Studie deutlich, dass Rauchverbote beträchtliche Vorteile für die vorgeburtliche Gesundheit und die Gesundheit von Kindern haben", wird Been in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

In vielen europäischen Ländern wurden in den vergangenen Jahren Rauchverbote erlassen. Auch in Deutschland ist das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsmitteln sowie weitgehend auch in Restaurants und Gaststätten verboten. Weltweit lebten derzeit allerdings nur 16 Prozent der Menschen in Ländern mit umfassenden Rauchverboten, 40 Prozent aller Kinder seien regelmäßig Tabakqualm ausgesetzt, heißt es in 'Lancet'. Mehr als elf Prozent der Neugeborenen kommen demnach derzeit zu früh auf die Welt - 15 Millionen Babys jährlich.

Rauchverbote verhindern das Passivrauchen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von fast sechs Millionen Tabaktoten jährlich aus, mehr als 600.000 davon seien Passivraucher. Die Studie belege, dass Rauchverbote am Arbeitsplatz, in Restaurants und öffentlichen Gebäuden gesundheitliche Risiken für Babys im Mutterleib und Kinder entscheidend verringern. Außerdem würden die Gesundheitsausgaben gesenkt, betonen die Forscher.

Studien zuvor hätten gezeigt, dass Rauchverbote die Zahlen rauchender Schwangerer sowie passiv mitrauchender Kinder in Haushalten senken. Anders als vielfach befürchtet gebe es nicht weniger, sondern mehr rauchfreie Haushalte, nachdem ein Rauchverbot für öffentliche Einrichtungen erlassen wurde.

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