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Frühchen Emily: Frühstückstüte rettete ihr das Leben

Frühstückstüte rettete Emily das Leben
Frühstückstüte rettete Emily das Leben Das Frühchen war zu klein für den Brutkasten 00:01:57
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Das Frühchen wurde in einer Tüte warmgehalten

Emily Cressey ist in der 24. Schwangerschaftswoche als Frühchen zur Welt gekommen. Die Ärzte in der Klinik "Edinburgh Royal Infirmary" im schottischen Edinburgh wählten eine unkonventionelle Methode, um das Mädchen schön warm zu halten: Sie steckten Emily in eine Frühstückstüte, in die man sonst eher Sandwiches packt. Das Klima in der Plastiktüte sei dem Klima in der Gebärmutter sehr ähnlich, so der behandelnde Arzt Dr. Andrew Gallager im Interview mit dem 'Scottish Express'. Für den Brutkasten war das zierliche Kind schlicht zu klein.

Bereits am 23. Februar 2014 wurde das Mädchen geboren. Als Geburtstermin hatten die Ärzte zuvor den 16. Juni bestimmt, doch dann platze überraschend die Fruchtblase - das Baby war unterwegs. Wenige Stunden später war Clarie Cressey (34) Mutter einer Tochter, die gerade mal 500 Gramm wog.

Emily hat sich mittlerweile sehr gut erholt, sie ist sogar schon so weit, dass sie mit der Flasche gefüttert werden kann. Dafür nimmt ihre Mama sie aus dem Brutkasten, in den sie mit ihren zehn Wochen jetzt auch passt, heraus. Nur noch die Beatmungsschläuche lassen auf den ersten Blick erkennen, dass Emilys Weg ins Leben keine ganz einfache Reise war. Aber: Das Happy End steht schon vor der Tür. Am 16. Juni, dem errechneten Geburtstermin, wird Emily das Krankenhaus voraussichtlich verlassen dürfen - und endlich zu ihren drei Geschwistern nach Hause kommen.

Dass eine Plastiktüte Leben retten kann, ist heutzutage gar kein Geheimnis mehr. Im Interview mit Prof. Dr, Christoph Bührer, Leiter der Frühchenstation an der Charite in Berlin, erklärt dieser: "Es ist so, dass man das Kind von dem Kreißsaal, in dem es auf die Welt kommt, schnell in den Brutkasten bringen muss. Der liegt nicht direkt nebenan." Und der Beutel soll auf eben diesem Weg vor Abkühlung schützen. Das kann er sogar besser als warme Handtücher. Im Brutkasten angekommen, kommt der Beutel weg. Frühchen wie Emily haben so eine 80 Prozent größere Überlebenschance.

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