SCHWANGERSCHAFT SCHWANGERSCHAFT

Fruchtwasseruntersuchung – Sinnvolle Maßnahme oder zu risikoreich?

Bild: Fruchtwasseruntersuchung – Sinnvolle Maßnahme oder zu risikoreich?
Die Fruchtwasseruntersuchung kann sehr aufschlussreich sein, birgt aber auch Risiken. © Getty Images, fotostorm

Pränatale Vorsorgeuntersuchung

Wenn man ein Kind erwartet, möchte man, dass es gesund und munter zur Welt kommt und trifft alle möglichen Vorkehrungen, um dies zu gewährleisten. Dafür gibt es die sogenannten pränatalen Untersuchungen. Mit ihnen kann bereits im Mutterleib festgestellt werden, ob das Kind gesund ist. Eine davon ist die Fruchtwasseruntersuchung. Doch wie sinnvoll ist sie und welche Risiken birgt sie?

Was bringt die Amniozentese?

Mit einer Fruchtwasseruntersuchung, auch Fruchtwasserpunktion oder Amniozentese genannt, können Ärzte feststellen, ob das Kind im Mutterleib vererbbare Krankheiten der Eltern oder Abweichungen im Erbgut aufweist. Somit können Störungen des Erbguts wie das Down-Syndrom festgestellt werden. Auch über kindliche Fehlbildungen und Infektionen gibt diese pränatale Untersuchungsmethode Auskunft. Das Ergebnis der Fruchtwasserpunktion ist sehr zuverlässig.

Ablauf der Fruchtwasseruntersuchung

Die Fruchtwasseruntersuchung kann bereits ab der zehnten Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden, wird aber meistens zwischen der 13. und 17. SSW vorgenommen. Vor der 13. SSW liefert sie noch keinen sicheren Befund und die Gefahr, dass Komplikationen entstehen, ist außerdem größer.

Vor der Punktion wird die Lage des Kindes mittels Ultraschall kontrolliert. Anschließend sticht der Gynäkologe mithilfe einer dünnen Hohlnadel durch Bauchdecke und Gebärmutterwand der Schwangeren bis in die Fruchtblase. Aus der Fruchtwasserhöhle werden dann etwa 15 bis 20 Milliliter Fruchtwasser entnommen. In dieser Flüssigkeit befinden sich Zellen des ungeborenen Kindes. Mit ihnen kann man das Erbmaterial des Babys auf bestimmte Erkrankungen untersuchen.

Die Zellen aus dem Fruchtwasser werden im Labor genauer untersucht. Zwar kann man nach zwei Tagen schon erste Hinweise erkennen, aber endgültige Ergebnisse verlassen das Labor erst nach etwa zwei Wochen.

Die Durchführung der Amniozentese dauert nur etwa 15 Minuten und wird von den meisten Frauen nicht als besonders schmerzhaft empfunden. Der Schmerz ist vergleichbar mit einer gewöhnlichen Injektion zur Blutabnahme. Meist wird die Einstichstelle während der Fruchtwasseruntersuchung nicht betäubt.

Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung

Wie jede andere Untersuchung während der Schwangerschaft bringt auch eine Amniozentese gewisse Risiken mit sich. Zwar besteht das Risiko einer Fehlgeburt, allerdings ist dieses mit etwa 0,5 bis einem Prozent relativ gering. In seltenen Fällen kann es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen.

Größer hingegen ist die Gefahr von vaginalen Blutungen, Infektionen, Kontraktionen der Gebärmutter und Verletzungen des Kindes durch die Nadel. Je erfahrener der Arzt ist, der die Punktion durchführt, desto geringer sind die Risiken, die eine Fruchtwasseruntersuchung mit sich bringt.

Wann ist eine Amniozentese ratsam?

Ob eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend ist vor allem der Zeitpunkt der Schwangerschaft, also das Alter der werdenden Mutter. Je älter eine Frau bei Ihrer Schwangerschaft ist, desto wahrscheinlicher ist eine Schädigung des kindlichen Erbguts. Daher spricht man ab 35 Jahren von einer Risikoschwangerschaft. Hier ist die Durchführung einer Amniozentese durchaus sinnvoll.

Auch bei Auffälligkeiten im Ultraschall oder beim Ersttrimesterscreening sowie bei Kenntnis von familiären Erbkrankheiten und Stoffwechsel- oder Muskelerkrankungen kann die Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung ratsam sein.

Ob die Untersuchung im Einzelfall aber tatsächlich notwendig ist, ist je nach Zeitpunkt der Schwangerschaft und dem bisherigen Schwangerschaftsverlauf in Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt zu klären.

Wer trägt die Kosten einer Fruchtwasseruntersuchung?

Sie sollten beachten, dass die Kosten für eine Fruchtwasseruntersuchung nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie eine Risikoschwangere sind (über 35 Jahre alt), es in der Familie Erbkrankheiten gibt oder Sie bereits in einer früheren Schwangerschaft Komplikationen hatten.

Ansonsten müssen Sie die Kosten für den Eingriff, die sich in etwa im Rahmen von 1.400 Euro bewegen selbst tragen. Ihr Frauenarzt kann Sie über die genauen Kosten der Untersuchung informieren.

Video: Schmerz lass nach - Wie fühlen sich Wehen an?

Eine Frage, die sich wahrscheinlich jede werdende Mutter ab einem bestimmten Punkt in der Schwangerschaft stellt: Wie fühlen sich Wehen an? Eine Frage, die schwer zu beantworten ist. Wir haben es trotzdem versucht.

Schmerz lass nach: Wie fühlen sich Wehen an?
Schmerz lass nach: Wie fühlen sich Wehen an? Geburt 00:01:22
00:00 | 00:01:22
9-Jähriger begeht Selbstmord wegen Computerspiel
9-Jähriger begeht Selbstmord wegen Computerspiel Wie gefährlich ist das Online-Spiel 'Minecraft'? 00:02:17
00:00 | 00:02:17

Wollen Sie noch mehr Interessantes über Schwangerschaft, Geburt und Babys erfahren? Dann schauen Sie sich doch unsere Video-Playlists an. Viel Spaß beim Stöbern!

Anzeige