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Fruchtwasserembolie: Gefährliche Komplikation bei der Geburt

Fruchtwasseruntersuchung in der Schwangerschaft
Fruchtwasseruntersuchung in der Schwangerschaft Ist die Untersuchung ein Risiko? 00:05:14
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Fruchtwasserembolie: Plötzlicher Tod im Kreißsaal

Ein schrecklicher Schock für einen jungen Vater in Südchina: Als er das Pflegepersonal des Xiangtan Maternal and Child Health Hospital fragte, wie es seiner hochschwangeren Frau gehe, die mit gefährlichen Komplikationen eingeliefert worden war, wurde ihm immer wieder gesagt, sie befinde sich noch im Operationssaal. Als er besorgt dort nachschaute, musste er zu seinem Entsetzen feststellen, dass seine Frau tot war - die Ärzte hatten offenbar eine Fruchtwasserembolie kurz nach der Geburt nicht erkannt. Das Baby überlebte glücklicherweise die Tragödie. Das berichtet die 'Daily Mail'. Ist das ein Einzelfall oder eine Komplikation, mit der Schwangere rechnen müssen?

Fruchtwasserembolie: Gefahr für Mutter und Kind
Eine Fruchtwasserembolie ist selten, aber gefährlich © dpa, Maurizio Gambarini

Eine Fruchtwasserembolie ist eine seltene, aber gefährliche - und leider oft tödlich verlaufende - Komplikation während oder nach der Geburt. In seltenen Fällen kann eine Fruchtwasserembolie aber auch während der Schwangerschaft durch beispielsweise einen stumpfen Schlag gegen den Bauch oder eine Fruchtwasserpunktion ausgelöst werden.

Bei einer Fruchtwasserembolie gelangt Fruchtwasser, inklusive fester Bestandteile, wie feine Haare, Flocken von "Käseschmiere" (Vernix caseosa) oder auch "Kindspech" (Mekonium) durch Wunden, die bei der Entbindung entstehen, in den Blutkreislauf der Mutter. Dort kann es Blutgerinnsel auslösen, die zu Organ- und Kreislaufversagen führen können. Dieses Szenario ist bei Geburtshelfern äußerst gefürchtet, da eine solche Embolie mitunter zügig abläuft und oft tödlich endet.

Eine sichere Diagnose Fruchtwasserembolie ist schwierig und der detaillierte Ablauf bis heute nicht vollständig medizinisch geklärt: So ist es beispielsweise auch nicht ganz ausgeschlossen, ob nicht auch bestimmte Bestandteile des Fruchtwassers im mütterlichen Blutkreislauf eine heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, die dann den Kreislauf zusammenbrechen lassen. Denn nicht jeder Kontakt mit Fruchtwasser mit dem Kreislauf einer Mutter muss unweigerlich zu einer Fruchtwasserembolie führen.

Fruchtwasserembolie: Wie häufig kommt sie vor?

Fruchtwasserembolien sind zum Glück eher selten. Da die Diagnose aber so schwierig ist, schwanken auch die Angaben der Wissenschaft über deren Häufigkeit. Dabei spielt natürlich auch das Herkunftsland der Mutter eine Rolle. Man nimmt an, dass die Häufigkeit des Auftretens einer Fruchtwasserembolie etwa bei 2 bis 8 Fällen auf 100.000 Geburten liegt.

Vorbeugen kann man einer Fruchtwasserembolie leider nicht - ist sie einmal aufgetreten, ist sie leider auch nur schwer zu behandeln. Es besteht nur die Möglichkeit, die Mutter und das Kind schnellstmöglich intensivmedizinisch stabil zu halten, allerdings behalten von den überlebenden Frauen 11 Prozent und von den überlebenden Neugeborenen 61 Prozent neurologische Schäden zurück.

Als Risikofaktoren gelten unter anderem neben den Geburtsverletzungen, ein erhöhter Wehendruck (beispielsweise bei einem sehr großen Kind), ein höheres Alter der Mutter, häufige Geburten und eventuell eine Schwangerschaftsdiabetes.

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