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Freundschaft mit dem Ex: Geht das?

Freundschaft mit dem Ex?
Freundschaft mit dem Ex? © Yvonne Bogdanski

Kann Freundschaft mit dem Ex funktionieren?

In der Vergangenheit einer jeden Frau gibt es Männer, deren Namen sie am liebsten vergessen würde. Unaussprechliche Irrtümer auf zwei Beinen, dumpf gesteuert von Testosteron. Nur Sex in der Birne. Doofmänner. So einen will man nie wiedersehen.

Und es gibt mindestens einen großartigen Mann im Leben einer Frau, an den sie immer mit einem wehmütigen Lächeln denkt, auch wenn sie inzwischen glücklich mit einem anderen Mann verheiratet ist.

Das Lächeln gilt den vielen schönen Erinnerungen, die Wehmut der schmerzlichen Einsicht, dass es trotzdem nicht funktioniert hat mit der Liebe. Nicht weil er ein wirklicher Doofmann war, sondern weil es gerade nicht passte: Weil er keine Kinder wollte, sich zum Priester berufen sah oder beruflich nach Australien musste.

Jedenfalls irgendein Haken, mit dem man nicht leben konnte. Jedenfalls nicht als Ehefrau. Aber sehr wohl als Freundin. Rein platonisch. Denn in einer Welt mit vielen männlichen Doofmännern ist jeder anständige Kerl ein vielfältig einsetzbares Kleinod (z.B. als Freund!), das man nicht freiwillig aus den Händen gibt.

Als Single kann man so einen Mann hervorragend als "Walker" einsetzen (vorausgesetzt, er ist auch unabhängig), mit ihm ausgehen, die Dinge des Lebens besprechen, seinen Rat in Liebesangelegenheiten suchen. Ganz entspannt. Unter der Voraussetzung, dass auf beiden Seiten keine erotischen Gefühle mehr im Spiel sind! Anders und viel schlechter sieht die Sache aus, wenn man gebunden ist. Auch da kann man einen männlichen gutmeinenden Freund sehr gut gebrauchen.

Freundschaft mit Ex, wenn er toll war

Aber generell gilt das Vorurteil: Männer und Frauen können nicht befreundet sein, weil Männer Sex wollen in jedem Moment ihres Lebens. Vor allem Männer denken das von ihren „Kollegen“, und das färbt dann leider auf die Frauen ab. Deshalb macht der Partner einen Strich durch die Rechnung, wenn es heißt: Heute kommt der Ex zum Abendbrot. Von dessen neuer Freundin ganz zu schweigen, die schon an die Decke geht, wenn man eine Postkarte aus dem Urlaub schreibt. Ein hochkompliziertes psychologisches Geflecht also, in das man sich da begibt, wenn man einfach nur die Nähe eines netten Menschen sucht, mit dem man zufälligerweise mal geschlafen hat. Und wenn man auch drei Jahre mit ihm geschlafen hat. Es ist vorbei!

Vielleicht doch lieber die Schatten der Vergangenheit ruhen lassen, selbst wenn sie die Gegenwart so erfreulich beleuchten? Es gibt Freundinnen, Schwestern und Mütter, mit denen eine Frau sich austauschen kann, ohne dass ihr jemand eine Eifersuchtsszene macht.

Mein Tipp: Ich würde einen tollen Freund trotz aller Anfeindungen von außen nicht aufgeben! Selbst wenn wirklich alle zicken. Der eigene neue Partner, die Partnerin des Ex. Und der Rest der Welt.

Ich meine: Für eine solche Freundschaften muss man kämpfen. Ein kluger Schachzug ist es, eine friedliche Brücke zwischen den rivalisierenden Parteien zu schaffen. Als Patenonkel zum Beispiel macht ein Ex eine tadellose Figur. In diesem Ehrenamt kann er seine menschlichen Qualitäten gewinnbringend einsetzen. Und alle haben etwas davon. Der Mann, die Kinder. Und die Frau natürlich. Ein Leben lang. Es lohnt sich, dafür seine weiblichen Überzeugungskünste einzusetzen. Man sollte im Leben die Menschen um sich herum versammeln, die einem lieb sind. So viele gibt es nicht. Jeder zählt.

Wenn Ihr einen Ex in petto habt, an dessen Freundschaft Euch wirklich gelegen ist – nur zu! Zeigt es allen, dass es eben nicht nur um das Eine geht. Sondern um Freundschaft.

Zeigt es allen, die denken, ein Mann könne nicht ohne Sex mit einer Frau innig sein. Vielleicht kriegt das auch einer dieser dumpf testosterongesteuerten Männer mit, die NUR an Sex denken und sonst nichts in der Birne haben. Vielleicht erschüttert das deren dumpfes männliches Selbstverständnis nachhaltig, - und sie sterben aus. Die guten Männer bleiben übrig.

Das wäre schön! Viel Spaß mit guten Männern! Sei es als Liebster - oder als Freund.

Eure Birgit

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