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Fremdenfeindlichkeit: Der Alltag einer Muslimin

Ist Fremdenfeindlichkeit verbreiteter als wir denken?

Im Jahr 2013 hat sich die Zahl der rechtsextremen Übergriffe auf Asylbewerber im Vergleich zu 2012 verdoppelt. Muss man in Deutschland also tatsächlich Angst haben, wenn man aus einem fremden Land hierher kommt? Ist Fremdenfeindlichkeit vielleicht verbreiteter als wir denken? RTL-Reporterin Wiebke Wittneben wollte genau das herausfinden. Wir zeigen Ihnen, was sie bei ihrem Selbstversuch erlebt hat.

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Wie groß ist die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland?
Wiebke Wittneben hat einen mutigen Selbstversuch gemacht

Etwa 82 Millionen Menschen leben in Deutschland - circa 19 Prozent davon mit einem Migrationshintergrund. Um am eigenen Leibe zu erfahren, welchen Anfeindungen diese tagtäglich ausgesetzt sind, hat Wiebke Wittneben ein Experiment gewagt. Mit der Hilfe einer Make-up-Artistin hat sich die eigentlich Holland-Deutsche deshalb in eine Muslimin verwandelt – mit dunkeln Augen, dunklem Teint und Kopftuch.

Im Rahmen des Experiments hat sich Wiebke außerdem für eine Woche in ein Haus im berüchtigten Weitlingkiez in Lichtenberg, einem Stadtteil Ost-Berlins, eingemietet. Dieser Teil von Berlin gilt als besonders fremdenfeindlich. Das Gespräch mit der Vermieterin, welches von RTL mit versteckter Kamera aufgenommen wurde, war für Wiebke bereits sehr aufschlussreich. Im Interview sagte die nämlich, dass Ausländer in diesem Bezirk in bestimmte Wohnungen sich gar nicht einmieten könnten. Der Grund: "Hier wohnen echt viele Rechte."

Wiebke als Muslima: Böse Blicke und Kommentare waren keine Seltenheit

Das hatte sich auch bestätigt als Wiebke in ihrer Montur auf der Straße unterwegs war: "Ich fühle mich hier sowas von fehl am Platze.", so die Reporterin im Interview mit RTL. Besonders aufgefallen ist Wiebke, dass sie so viele deutsche Flaggen abseits von Fußball-WM oder -EM hat schon lange nicht mehr gesehen hatte. Möglicherweise ein Hinweis auf die Gesinnung der Kiezbewohner? Auch Blicke und blöde Kommentare musste Wiebke als 'Undercover Muslima' ertragen.

Natürlich sind nicht alle Lichtenberger rechtsradikal. Doch Wiebke Wittneben kann sich mittlerweile vorstellen, wie schwer der Alltag eines Ausländers in Deutschland sein kann.