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Freiheit in der Liebe: Das Rezept für ewiges Glück?

Freiheit in der Liebe
Freiheit in der Liebe

Was ist eigentlich Freiheit in der Liebe?

Wenn ich gefragt werde, woher ich eigentlich meine Befähigkeit als Liebesexpertin nehme, dann erkläre ich, dass ich Philosophie studiert habe. Ganz amtlich und ordentlich bis zum Ende und mit einem Abschluss. Während dieses Studiums habe ich schon sehr viel über die Liebe lernen dürfen, den Rest bringt mir das Leben bei, habe ich mir selbst beigebracht, bringe ich mir immer noch bei.

Lieben - das ist ein tägliches Verstehen. So etwas kriegt man mit, wenn man Philosophie studiert. Und dass Liebe nicht ‚nur‘ ein Gefühl ist, sondern dass wir denken und fühlen die Liebe. Wer das gegenwärtig besonders gut kann, ist der Lebensberater Robert Betz. Täglich schaue ich auf seine Seite im Internet und lasse mich von ihm inspirieren. Es gibt einen Spruch, den liest man von ihm immer wieder: „Ohne die Liebe ist alles nichts.“ Auf diesen Satz meditiere ich täglich.

Zugleich frage ich mich: Was ist Liebe? In der Philosophie kommt man durch Vergleichen und Unterscheiden zu Ergebnissen, und indem man Begriffe heranzieht, die in einem unmittelbaren Verhältnis zu jenem Begriff stehen, den man bestimmen will. Bei Robert Betz kommt als Gefährtin der Liebe die Freiheit daher. Spricht Betz von der Liebe in einem Atemzug, dann im anderen von der Freiheit. So gerade in der neuesten Ausgabe der ‚Für Sie‘. „Wahre Liebe lässt frei“ ist die Überschrift des Artikels. Robert Betz hat auch ein Buch mit gleichnamigem Titel geschrieben.

Wahre Liebe lässt frei. Das mutet dem ‚Normaldenker‘, dem ‚Normalliebenden‘ zunächst einmal kurious an. Die meisten Singles sind heilfroh, wenn sie die die Freiheit los sind. Freiheit gilt als Fessel, als Zeugnis der Einsamkeit. Wenn man machen kann, was man will, ist man einsam. Also sehnt man sich nach festen Händen. Die erscheinem einem als Paradies. Der größte Wunsch: Halte mich fest! Lass Dich halten!

In dieser Phase der vermeintlich großen Liebe kommt einem die ‚Freiheit‘ als verdächtige Freiheit in den Sinn. Die Freiheit des Partners ist eine Bedrohung.

Freiheit in der Liebe der Schlüssel zum Glück?

Da mag sich vielleicht einer die Freiheit nehmen, mich zu enttäuschen, weil er meine Erwartungen nicht erfüllt. Weil er mich belügt oder betrügt oder einen anderen Weg gehen möchte als ich.

Die Freiheit des geliebten Gegenübers ist den meisten Menschen ein Graus und identisch mit der Angst vor dem Verlust des anderen. Die Freiheit, eine so herrliche Ausstattung des Menschseins, spukt wie ein Gespenst durch das Bewusstsein.

Mit all dem räumt Betz auf. Es ist, wie wenn er ein Licht anzündet. Man muss ein wenig Ordnung in seinen Kopf bringen, wenn man liest, wie er Freiheit und Liebe zusammenbringt. Man muss eins und eins zusammenzählen.

Liebe und Freiheit sind für ihn der Seelenschlüssel zum Lebensglück. Das eine ohne das andere undenkbar. Ohne Freiheit ist die Beziehung wie ein Geschäft: Ich gebe Dir das, dafür kriege ich das zurück. Und wehe nicht, dann liebe ich Dich nicht mehr.

Allein wenn man diesen Satz liest, diese ‚Formel‘ kriegt man eine Gänsehaut, weil die Worte kalt klingen. Wer will so lieben?

Und dennoch lieben wir oft auf diese Weise. Wir üben Druck auf unsere Liebsten aus, und wir erdrücken uns selbst in dieser Spirale von Anspruch und Wirklichkeit. Wir stecken fest in den festen Händen. Ist das eine lebendige Liebe, eine, die atmet und wärmt? Warum lieben wir mit verschlossenem Herzen?

Weil wir es nicht anders gelernt haben. Das ist nicht in Stein gemeißelt! Man kann das ändern. Man kann durch diese Gefühle von Abhängigkeit und Brauchen und Haben wollen hindurchgehen, sie annehmen und dadurch verwandeln. Und dann ist man von der inneren und zugleich äußeren Freiheit an die Hand genommen und wird direkt ins Lieben geführt. Leichter kann die Liebe nicht sein.

Eure Birgit

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