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Freeletics: Per Trainingsplan-App zum Traumkörper?

Trend oder echte Fitness-Revolution?
Trend oder echte Fitness-Revolution? Schneller Muskelaufbau mit Freeletics 00:02:30
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Das Freeletics-Workout ist extrem intensiv

Mit der Fitness-App Freeletics trainieren schon mehr als eine Million Menschen. Abnehmen, Muskeln aufbauen und den Körper straffen - dank der App geht das auch ohne teures Fitnessstudio und schwere Hanteln. Trainiert wird nur mit dem eigenen Körpergewicht. Das Workout ist allerdings extrem intensiv. Wir haben Experten gefragt: Wie gesund ist der Mix aus Liegestützen, Sit-ups und Kniebeugen unter Zeitdruck?

Freeletics im Check
Freeletics: Das bedeutet Training bis zur totalen Erschöpfung - nur mit dem eigenen Körpergewicht.

Die Ergebnisse der App-User sind beeindruckend: Innerhalb von 15 Wochen schaffen viele die Verwandlung vom leichten Bauchansatz zum Astralkörper mit Sixpack und schlanker Taille - zumindest zeigen das die Vorher-Nachher-Videos, mit denen sich die Freeletics-Sportler bei Youtube regelrecht überbieten. Weniger Körperfett, mehr Muskelmasse, mehr Schnelligkeit, bessere Sprungkraft. Das Workout scheint extrem effektiv zu sein.

Doch von Nichts kommt Nichts. Hinter den Erfolgen der 'freien Athleten' steckt ein Training bis zur totalen Erschöpfung. Wer sich quält, wird belohnt. Per App bekommen die User einen wöchentlichen Trainingsplan, die einzelnen Übungen werden darin mit Videos und kurzen Texten erklärt. Vanessa Gebhardt betreibt Freeletics seit zweieinhalb Jahren, sie arbeitet auch als Coach. "Am Anfang machst du ein Workout und brauchst dafür etwa 45 Minuten. Dann versucht du es beim nächsten Mal schneller zu schaffen", erklärt die Expertin. Denn das eigentliche Prinzip von Freeletics lautet: den vorgegebenen Trainingsplan in möglichst kurzer Zeit zu schaffen. Aber ist das noch gesund? Denn um Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Übungen richtig ausgeführt werden - mit einer sauberen Technik. Und das kann bei der Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden schon mal zu kurz kommen.

"Freeletics ist ein hochintensives Training. Das heißt, es ist hocheffektiv. Das heißt aber auch, wenn man es krass ausdrücken will, es ist hochgefährlich. Vor allen Dingen für Leute, die damit keine Erfahrung haben", sagt Sportwissenschaftler Matthias Haun. Durch die vielen Sprünge würden auch die Gelenke und Sehnen deutlich mehr belastet als bei einem normalen Training an Fitnessstudiogeräten.

Freeletics boomt in Deutschland

Trotzdem boomt Freeletics. Denn die Qual nach Trainingsplan macht Spaß. Im Internet feuern sich die App-User gegenseitig an, vergleichen ihre Trainingszeiten in Bestenlisten. Und auch im realen Leben kommen die Sportler auf Sportplätzen oder in Parks zusammen, um gemeinsam zu trainieren. Sie verabreden sich in speziellen Facebook-Gruppen, die es für nahezu jede Großstadt gibt. Denn dauernd alleine zu trainieren, ist schlecht für die Motivation.

Klar ist: Bewegung tut gut. Aber Trainierende sollten es nicht übertreiben und auf eine saubere Durchführung der Übungen achten, um Verletzungen und die Sehnen und Gelenke langsam an die Belastung zu gewöhnen. Neue Workout-Rekorde kommen mit etwas Trainingsdisziplin von ganz alleine. Denn das Workout wirkt in der Tat extrem effektiv auf das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur. Zum Modellathleten aber muss ja nicht gleich jeder werden.

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