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Freeletics oder Programm 21: Per Trainingsplan-App zum Traumkörper?

Frau beim Freeletics-Training
Bei Freeletics wird nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. © Galina Barskaya

Das Freeletics-Workout ist extrem intensiv

Mit der Fitness-App Freeletics trainieren schon mehr als eine Million Menschen. Abnehmen, Muskeln aufbauen und den Körper straffen - dank der App geht das auch ohne teures Fitnessstudio und schwere Hanteln. Trainiert wird nur mit dem eigenen Körpergewicht. Das Workout ist allerdings extrem intensiv. Das Fitnessprogramm wirbt mit besonders extremen Vorher-Nachher-Bildern. Durch ein hochintensives Krafttraining soll man in nur 15 Wochen zum Traumkörper gelangen. Dafür wird den Sportlern aber auch einiges abverlangt.

Zu Beginn steht bei 'Freeletics‘ ein Leistungstest auf dem Programm, damit der Online-Coach weiß, in welchem Zustand sich der Teilnehmer befindet. Danach folgen Klimmzüge, Liegestütze, Kniebeugen und Co. bis zum Abwinken. Der Preis für die teils stundenlangen Sporteinheiten: viel Muskelkater und 34,99 Euro. Hinzu kommen noch einmal 30 Euro, wenn Sie auch auf den strengen 'Freeletics‘-Ernährungsplan zugreifen wollen. Wir haben Experten gefragt: Wie gesund ist der Mix aus Liegestützen, Sit-ups und Kniebeugen unter Zeitdruck?

Freeletics-Training: Hochintensiv und hocheffektiv

Die Ergebnisse der App-User sind beeindruckend: Innerhalb von 15 Wochen schaffen viele die Verwandlung vom leichten Bauchansatz zum Astralkörper mit Sixpack und schlanker Taille - zumindest zeigen das die Vorher-Nachher-Videos, mit denen sich die Freeletics-Sportler bei Youtube regelrecht überbieten. Weniger Körperfett, mehr Muskelmasse, mehr Schnelligkeit, bessere Sprungkraft. Das Workout scheint extrem effektiv zu sein.

Und auch bei Freeletics gilt: Von nichts kommt nichts. Hinter den Erfolgen der 'freien Athleten' steckt ein Training bis zur totalen Erschöpfung. Wer sich quält, wird belohnt. Per App bekommen die User einen wöchentlichen Trainingsplan, die einzelnen Übungen werden darin mit Videos und kurzen Texten erklärt. Vanessa Gebhardt betreibt Freeletics seit zweieinhalb Jahren, sie arbeitet auch als Coach. "Am Anfang machst du ein Workout und brauchst dafür etwa 45 Minuten. Dann versucht du es beim nächsten Mal schneller zu schaffen", erklärt die Expertin. Denn das eigentliche Prinzip von Freeletics lautet: den vorgegebenen Trainingsplan in möglichst kurzer Zeit zu schaffen. Aber ist das noch gesund? Denn um Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Übungen richtig ausgeführt werden - mit einer sauberen Technik. Und das kann bei der Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden schon mal zu kurz kommen.

"Freeletics ist ein hochintensives Training. Das heißt, es ist hocheffektiv. Das heißt aber auch, wenn man es krass ausdrücken will, es ist hochgefährlich. Vor allen Dingen für Leute, die damit keine Erfahrung haben", sagt Sportwissenschaftler Matthias Haun. Durch die vielen Sprünge würden auch die Gelenke und Sehnen deutlich mehr belastet als bei einem normalen Training an Fitnessstudiogeräten.

Freeletics boomt in Deutschland

Freeletics im Check
Freeletics: Das bedeutet Training bis zur totalen Erschöpfung - nur mit dem eigenen Körpergewicht.

Trotzdem boomt Freeletics. Denn die Qual nach Trainingsplan macht Spaß. Im Internet feuern sich die App-User gegenseitig an, vergleichen ihre Trainingszeiten in Bestenlisten. Und auch im realen Leben kommen die Sportler auf Sportplätzen oder in Parks zusammen, um gemeinsam zu trainieren. Sie verabreden sich in speziellen Facebook-Gruppen, die es für nahezu jede Großstadt gibt. Denn dauernd alleine zu trainieren, ist schlecht für die Motivation.

Klar ist: Bewegung tut gut. Aber Trainierende sollten es nicht übertreiben und auf eine saubere Durchführung der Übungen achten, um Verletzungen und die Sehnen und Gelenke langsam an die Belastung zu gewöhnen. Neue Workout-Rekorde kommen mit etwas Trainingsdisziplin von ganz alleine. Denn das Workout wirkt in der Tat extrem effektiv auf das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur. Zum Modellathleten aber muss ja nicht gleich jeder werden.

Programm 21: Fitness und strenger Ernährungsplan

Bei der Abnehm-App 'Programm 21' ist der Name Programm: 21 Tage, je 21 Minuten Workout für 21 Euro. Auch hier zeigt ein Online-Coach Fitness-Übungen, die nur mit dem eigenen Körpergewicht durchführbar sind. Der Unterschied zu 'Freeletics‘: Das Workout ist um einiges einfacher - Kniebeugen, Sit-Ups, Ausfallschritte. Trotzdem können ungeübte Sportler hier ordentlich ins Schwitzen kommen.

Neben den Fitness-Einheiten umfasst 'Programm 21‘ auch einen strengen Ernährungsplan. Und der lautet: No Carb. Zwar dürfen Sportler so viel essen wie sie möchten, aber jegliche Form von Zucker und einfachen Kohlenhydraten wie Brot oder Nudeln sind tabu. Dafür liefert die App auch gleich 21 Rezepte für eine kohlenhydratarme Ernährung mit: Statt Pizza gibt’s zum Abendessen Hühnchen mit Gemüse, zum Frühstück Omelette.

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