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Frauenhäuser - Zuflucht, aber niemals Endstation

Durch häusliche Gewalt gefährdet
Tausende Frauen suchen jährlich in deutschen Frauenhäusern Schutz vor männlicher Gewalt. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Foto: Fredrik von Erichsen © DPA

Für ihn verlässt Azada (Name geändert) ihre Familie. Für ihn geht sie 2009 aus einem islamischen Land nach Deutschland. Dort soll alles besser werden. Ein Job, vielleicht ein Studium. Eine gemeinsame Zukunft.

Doch dann verändert sich ihr Mann. Erst sind es Beleidigungen, dann Schläge. Immer wieder verzeiht Azada ihm, kehrt zu ihm zurück. Als sie schwanger wird, erträgt sie die Schläge nicht mehr nur für sich, auch für ihre Tochter. "Dann hat er mich so heftig geschlagen, dass ich dachte, ich sterbe", sagt sie. Sie ging ins Frauenhaus.

Wie die Geschichte von Azada klingen viele Geschichten von Frauen aus dem In- und Ausland, die Hilfe im Frauenhaus suchen. Der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" an diesem Mittwoch (25. November) ist ein Aktionstag, der auf genau solche Probleme aufmerksam machen will.

Im Jahr 2012 erschien erstmals ein Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser. Laut diesem kommen pro Jahr 15.000 Frauen und 17.000 Kinder in die Einrichtungen. In rund der Hälfte aller Fälle betrifft es Frauen mit Migrationshintergrund.

Doch die Erfahrungen der Frauen, die diese Anlaufstellen nutzen, seien fast immer gleich, sagt Beate Kaupe, Geschäftsführerin des Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW. Die Landesregierung wolle deshalb die Ausgaben für den Bereich Gewalt gegen Frauen im kommenden Jahr speziell wegen der Zielgruppe der traumatisierten Flüchtlingsfrauen um weitere 850.000 Euro aufstocken, heißt es in einem Statement der nordrhein-westfälischen Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Für Azada kam eine Exmatrikulation nicht in Frage. Das Studium sollte doch der Anfang für das neue Leben sein, das auf sie wartet. Am Ende hat sie es geschafft, dass ihr Mann ihr die gemeinsame Wohnung überließ. Er lebt jetzt nur ein paar Häuser weiter. Was nun kommt, das weiß keiner.


dpa
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