Frauenfeindliche Werbung in Deutschland nimmt zu: Werberat rügt Unternehmen

Frauenfeindliche Werbung in Deutschland nimmt zu: Werberat rügt Unternehmen
Die Aufschrift "Fass mich an" kommt nicht bei allen Kunden gut an.

Zahl der Rügen durch Werberat steigt: Werbung immer sexistischer

Die Werbung wird immer frauenfeindlicher: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 kassierten bisher in 2014 doppelt so viele Firmen eine Rüge vom Werberat. Das häufigste Motiv ist die Diskriminierung von Frauen.

Ein offenherziges Dekolleté, eine Frau im String-Tanga, dazu fragwürdige Sprüche: Beim Deutschen Werberat gehen immer mehr Beschwerden wegen sexistischer Werbung ein. Diskriminiert werden dabei in der Regel nur Frauen – „Männerdiskriminierung ist derzeit noch ein Randphänomen bei der Verbraucherkritik“, sagte Julia Busse, die Geschäftsführerin des Werberats, gegenüber der DPA.

Nachdem 50 Fälle im ersten Halbjahr 2014 vom Werberat kritisiert wurden, zogen 37 Unternehmen ihre Werbung zurück, fünf weitere veränderten sie. Acht Firmen zeigten keine Einsicht und kassierten eine Rüge: Die Zahl war im ersten Halbjahr 2013 nur halb so hoch.

Julia Busse sieht darin keinen Grund zur Besorgnis: Es seien deutlich mehr Werbemotive als 2013 kritisiert worden, sodass die Zahl der gerügten Firmen prozentual nicht ins Gewicht fällt. „Zum anderen zeigt die jahrzehntelange Erfahrung, dass gerügte Unternehmen in der Regel kein weiteres Mal auffällig werden“, so die Geschäftsführerin des Werberats.

Dass die Diskriminierung von Frauen in der Werbung immer noch aktuell ist, zeigt auch die Netz-Kampagne #IchKaufDasNicht, das deutsche Pendant zum internationalen #NotBuyingIt. Unter diesem Hashtag werden auf Tumblr, Twitter und Pinterest verschiedene Werbemotive, die Frauen und andere Menschen diskriminieren, gesammelt. Dazu gehört etwa das Bierfass mit der Aufschrift „Fass mich an“, auf dem die untere Körperhälfte einer knapp bekleideten Frau abgebildet ist.

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