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Frauen sind aktivere Schlussmacher: Warum schweigen Männer länger?

Frau trennt sich von ihrem Mann
Frauen machen häufiger Schluss. Das ergab eine aktuelle Studie. Aber warum ist das so? © francescoridolfi.com

Warum Frauen sich eher trennen

Es ist noch gar nicht lange her, da hatten die meisten Frauen keine andere Wahl: Sie mussten mit ihrem Mann zusammenbleiben, auch wenn sie noch so unglücklich waren. Denn er verdiente das Geld, sie waren von ihm abhängig. Scheidung war zudem ein gesellschaftlicher Makel. Bis in die 1960er Jahre sah die Welt vieler Frauen leider so aus. Heute können wir zum Glück tun und lassen, was wir wollen. Und wir sind dabei in Beziehungsdingen offenbar viel mutiger als Männer.

Von Christiane Mitatselis

Das lässt sich aus der jüngsten Umfrage einer großen Single-Börse ableiten. Die ergab: 85 Prozent der Frauen haben schon einmal mit einem Partner Schluss gemacht, aber nur 61 Prozent der Männer. Dazu passt, dass Frauen in Deutschland häufiger die Scheidung einreichen als Männer. Zuletzt gab das statistische Bundesamt 52 Prozent an, bei den Männern waren es 40 Prozent. In den restlichen Fällen wurden beide aktiv.

Im hübschen englischen Spruch "Happy wife, happy life" steckt viel Wahrheit - frei übersetzt bedeutet er: Ist die Frau glücklich, funktioniert auch die Beziehung. Paartherapeuten, Psychologen und andere Experten predigen es nicht umsonst seit Jahren: Frauen haben meist hohe Ansprüche an eine Ehe oder Partnerschaft. Sie wollen eine Beziehung, die lebt und nicht nur aus Gewohnheit besteht. Männer sind da oft weniger anspruchsvoll, ihnen reicht das reine Zusammensein. Überspitzt ausgedrückt führen sie zur Not die glückliche Beziehung allein neben der Partnerin.

Wer ein paar Geschichten hinter sich hat, der weiß zudem: Männer neigen dazu, Probleme zu ignorieren, oder positiver ausgedrückt, nicht ganz so schnell zur Kenntnis zu nehmen. Ohnehin sind sie oft mundfauler, wohingegen Frauen gern kommunizieren, Probleme erkennen, sogar vorausahnen - und lösen möchten. Wenn es dem Mann daran gelegen ist, eine Beziehung zu erhalten, dann sollte er auch dann eingehen, auch wenn es ihm übertrieben scheint.

Glück überträgt sich von Frau auf Mann

In einer interessanten Untersuchung der Universitäten New Jersey und Michigan aus dem Jahr 2014 wurde das Glück von Paaren studiert, die schon mehr als 30 Jahre verheiratet waren. Das Ergebnis: Ist die Frau glücklich, so überträgt sich das auf den Mann, und die Beziehung läuft rund.

Ist sie hingegen unglücklich, so naht oft das Ende der Partnerschaft. Falls der Mann nicht besonders zufrieden ist, so hat das hingegen laut der Forscher meist zunächst keine Auswirkungen, da Männer nicht viel über Befinden reden - auch dann nicht, wenn sie unzufrieden sind. Sie harren stumm aus und hoffen, dass es besser wird.

Das gilt allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn ein Mann mit seiner Frau so unzufrieden ist, dass es für ihn unerträglich wird, dann macht er Schluss. Am ehesten dann, wenn er bereits eine Neue in Aussicht hat.

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