Frauen in Ägypten geht es am schlechtesten

Frauen in Ägypten geht es am schlechtesten
In keinem anderen Land herrschen so katastrophale Zustände © picture alliance / Mika Schmidt, Mika Schmidt

Über 90 Prozent werden Opfer von Vergewaltigungen

Ägypten ist das Land des Nils und der Pyramiden. Es ist immer warm und die Menschen zeichnen sich durch ihre Gastfreundlichkeit aus. Was für viele Touristen zutreffen mag, stimmt für die Einheimischen noch lange nicht. Und vor allem arabische Frauen leiden in Ägypten am meisten.

Genitalverstümmelung, Massenvergewaltigung und Frauenhandel: Über 90 Prozent der Mädchen in Ägypten werden Opfer dieser Grausamkeiten. Eine Umfrage der Thomson Reuters Foundation förderte zutage, was viele wohl niemals gedacht hätten. Ausgerechnet das Urlaubsland Nummer eins wartet mit so katastrophalen Zuständen auf.

Befragt wurden 336 GenderexpertInnen in den 21 Mitgliedstaaten der Arabischen Liga sowie Syrien, das aus der Liga ausgeschlossen wurde. Die Fragen bezogen sich auf die Kriterien der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau (CEDAW), die 1981 in Kraft trat. In der Erhebung wurden Meinungen zu Gewalt gegen Frauen, reproduktiven Rechten, der Behandlung von Frauen in Familien, der Integration in die Gesellschaft sowie der Haltung gegenüber Frauen in Politik und Wirtschaft abgefragt.

Ägypten schnitt bei fast allen dieser sechs Kriterien am schlechtesten ab. Sogar der Jemen, wo ein Viertel der Mädchen unter 15 Jahren zwangsverheiratet wird, landete vier Plätze davor. Und auch Syrien und der Irak, wo Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind, schnitten deutlich besser ab. Am besten geht es übrigens den Frauen auf den Komoren, im Oman und in Kuwait.

Doch woran liegt es, dass Frauen in Ägypten ein so schlechtes Leben führen? Der Zeitung 'Independent‘ sagte die Frauenrechtlerin Mona Eltahawy, dass das Mubarak-Regime „eine giftige Mischung aus Tradition und Religion“ hinterlassen, die das „Leben der Ägypterinnen zerstöre“. Ägypten leide unter „Frauenfeindlichkeit auf allen Ebenen“.

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