Frauen hüten Geheimnisse nur 32 Minuten

Behalten Frauen Geheimisse?
Behalten Frauen Geheimisse? © iStockphoto

Können wir Frauen keine Geheimnisse hüten?

"Du musst mir aber schwören, dass Du es nicht weitersagst … ich hab nämlich auch versprochen, dass ich das für mich behalte!" Kennt Ihr diesen Satz? Schon tausendmal gehört? Vielleicht auch schon ein paar Mal selber gesagt? Hmmm. Eigentlich ja ganz schön schwach, Dinge, die einem unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut wurden, gleich mit törööh weiterzuerzählen. Aber andererseits angeblich auch ein weibliches Phänomen. Britischen Forschern vertrauten nämlich eine Menge Frauen an, dass sie Geheinisse sehr wohl für sich behalten können. Allerdings angeblich nur 32 Minuten. Dann wird das Plaudertäschchen ausgepackt und das "Geheimnis" weitergetratscht.

Von Ursula Willimsky

Zur Ehrenrettung des weiblichen Geschlechts: Es wurden nur Frauen befragt. Wie es bei den Herren in Sachen Mitteilungsbedürfnis aussieht, bleibt also weiterhin ein Geheimnis. In Auftrag gegeben wurden die Studie von der Kosmetikfirma "Simple". Befragt wurden 3.000 Frauen. Und die plauderten schamlos aus dem Nähkästchen: Satte zehn Prozent sehen sich nach Eigeneinschätzung nicht in der Lage, ein Geheimnis für sich zu bewahren - ganz egal, wie persönlich oder vertraulich das ist, was sie erfahren haben. Für die Verteilung des Gerüchts sorgen dann wohl die 85 Prozent, die unumwunden zugaben, es zu genießen, wenn sie Vertrauliches über andere hören.

Frauen plaudern Geheimnisse gleich aus

Als erste Adresse, wenn man etwas unbedingt loswerden will, gelten übrigens der Ehemann, die Mutter oder die beste Freundin. Aber warum nur können so viele nicht schweigen und brechen damit auch das Vertrauen, das in sie gesetzt wurde? Laut Umfrage gibt es dafür mehrere Gründe. Gut die Hälfte rechtfertigte sich damit, dass sie einfach das Bedürfnis habe, das geheime Wissen bei jemand anderem abzuladen, um es sich von der Seele zu sprechen. Immerhin noch 13 Prozent outeten sich gleich selbst als falsche Schlangen: Sie gaben unumwunden zu, dass sie Gerüchte und Geheimnisse mit voller Absicht aus- und weiterplaudern.

Na super. Wenigstens hat ein großer Teil der Plaudertaschen nachher ein schlechtes Gewissen. Rund ein Viertel der Frauen hat es nämlich im Nachhinein schon bereut, dass sie den Mund nicht hat halten können. Aber da war es dann schon zu spät.

Hat Vertrauen tatsächlich ein Verfallsdatum von 32 Minuten? Kann man vielen Frauen wirklich nicht über den Weg trauen? Es macht, finden wir, immerhin einen Unterschied, ob da mehr oder weniger liebevoll über Belangloses getratscht wird oder die ganz großen Geheimnisse unverblümt weiterposaunt werden, was dann tatsächlich einen Vertrauensbruch darstellt.

Aber warum nur tratschen so viele weiter, was doch nur für ihre Ohren bestimmt war? Kommt sich die Geheimnisträgerin in diesem Moment einfach nur völlig wichtig vor? In einer verqueren Auslegung von "Wissen ist Macht"? Will sie beweisen, dass sie jemand ist, der mehr weiß als die anderen? Wenn sie schweigen würde, würde ja niemand erfahren, dass gerade ihr etwas wichtiges anvertraut wurde… Oder ist es einfach die Lust am Geheimen? Schwer zu sagen.

Immerhin bleibt die Hoffnung, dass die ganz schlimmen Klatschbasen irgendwann auffliegen. Dann kann man ihnen entweder einfach nichts mehr erzählen. Oder ihnen ganz wunderbar alles anvertrauen, was die ganz große Runde machen soll. Und die wirklich wichtigen, geheimen Dinge behält man für sich. Bespricht sie mit jemandem, dem man wirklich vertrauen kann. Oder schreibt sie sie sich im guten, alten Tagebuch von der Seele. Das ist nämlich aus Papier, und damit geduldig - und bewahrt ein Geheimnis garantiert länger als 32 Minuten.

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