GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Frauen haben schlechtere Zähne als Männer

Zahnpflege-Tipps für Frauen
Damit sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können, sollten Frauen noch stärker auf eine gute Zahnpflege achten. © Benicce - Fotolia

Ist Zahnausfall typisch weiblich?

Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn? An diesem alten Sprichwort scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Untersuchung. Frauen putzen sich demnach häufiger und gründlicher die Zähne, haben aber trotzdem ein deutlich schlechteres Gebiss als Männer, wie die Zahnärztin Christiane Gleissner im 'Bundesgesundheitsblatt' schreibt. Schuld sind offenbar hormonelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Gleissner ist Präsidentin der 'Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde'. Für ihre Untersuchung hat sie fast 50 internationale Studien zum Thema ausgewertet. Und die Fakten sind unmissverständlich: Frauen verlieren durchschnittlich mehr Zähne als Männer, und zwar über alle Altersklassen und Nationalitäten hinweg. Schon junge Frauen haben häufig einen Zahn weniger, mit dem Alter wird der Unterschied immer deutlicher. Junge Mädchen leiden zudem häufiger unter Zahnfäule und Karies als gleichaltrige Jungs.

Gleissner zufolge befinden sich im Zahnfleisch Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron, die dadurch direkten Einfluss auf die Mundschleimhaut haben. Vor allem in der Schwangerschaft wird das zum Problem: Der Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht, in Folge dessen lockert sich nicht nur das Bindegewebe an Armen, Beine und Bauch, sondern auch im Mund. Das führt zu Zahnfleischentzündungen. Zudem leidet der Zahnschmelz, wenn Schwangere sich wegen Übelkeit öfter übergeben müssen.

Als wenn das alles nicht schon ärgerlich genug für Frauen wäre, wird nach der Menopause der hormonell bedingte Knochenabbau zum Problem. Und der betrifft auch den Kiefer - ein weiterer Grund für verstärkten Zahnausfall. Aber was können Frauen tun, um der Hormonfalle zu entgehen? Nicht viel. Studien zeigen, dass eine gute hormonelle Einstellung auf die Menopause durch einen Arzt Spätfolgen mildern kann. Ansonsten sollten Frauen am besten schon vom frühen Kindesalter an noch stärker auf eine gründliche Mundhygiene achten und Vorsorgetermine regelmäßig wahrnehmen. Die Wissenschaft hat in puncto geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde noch Forschungsbedarf.

Anzeige