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Foto mit Kaiserschnittnarbe löst weltweit Diskussionen aus

"Leben zu schenken, sollte nicht davon abhängen, wie es passiert ist“

Seelenruhig schlummert ein Baby im Schoß seiner Mutter: Es ist eine wunderschöne Schwarz-Weiß-Aufnahme, die einen Moment tiefster Geborgenheit eingefangen hat. Doch das ist nicht das Besondere an dem Foto. Es ist die frische Kaiserschnittnarbe, die nur wenige Zentimeter über dem Köpfchen des Kindes deutlich hervorsticht und weltweit für Diskussionen sorgt.

Foto zeigt Kaiserschnittnarbe und löst weltweite Diskussionen aus
Nach Notkaiserschnitt: Die Frau auf diesem Bild ist froh, dass sie und ihr Baby leben

Dass eine Mutter so offen ihre Kaiserschnittnarbe zeigt, ist selten. Viele Frauen schämen sich für den Schnitt und fühlen sich dadurch weniger attraktiv. Das bestätigt auch die britische Fotografin Helen Aller, die die Aufnahme gemacht hat. Sie selbst war überrascht, als die Frau bei ihr anrief und um dieses Foto von sich und ihrem Neugeborenen bat. Dabei ging es der Frau nicht darum, andere zu schockieren - sie wollte Mut machen.

Bereits kurz vor der Geburt lernte Aller die Frau kennen und erfuhr dabei, dass sie große Angst vor der Vorstellung hatte, einen Kaiserschnitt zu bekommen. Ihre Ängste sollten sich bestätigen: Ihr Baby musste per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Nur drei Tage nach dem Eingriff rief sie wieder bei der Fotografin an: "Sie fragte mich, ob ich dieses besondere Bild fotografieren kann, um zu zeigen, dass ihre größte Angst damit endete, dass beide Leben gerettet wurden“, erzählt Helen Aller der 'Huffington Post‘.

Resonanz im Netz ist überwältigend

Helen Aller wusste sofort, dass dieses Foto etwas ganz Besonderes ist. Dass es allein bei Facebook allerdings für solche Diskussionen sorgen würde, damit hätte die Fotografin niemals gerechnet. “Meine Bilder werden gewöhnlich von nicht mehr als 100 Personen angesehen, weshalb ich auch niemals damit gerechnet hätte, dass das Bild so gut ankommen könnte. Bisher wurde es von über 7,5 Millionen Personen angeschaut.”

Die Resonanz ist beeindruckend: “Ich habe so viele Geschichten von Müttern mit Kaiserschnitt erhalten, die erzählen, wie sich durch dieses Bild auch die Sicht auf ihre Narben veränderte”, erzählt sie weiter. “Ich kann nicht glauben, dass sich so viele Frauen für ihre Narben schämen und sich fühlen, als hätten sie etwas nicht richtig gemacht, nur weil sie keine natürliche Geburt hatten. Leben zu schenken sollte nicht davon abhängen, wie es passiert ist.“

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