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Forscher warnen: Kaiserschnitte bringen Evolution durcheinander

Viele Frauen bringen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt.
Viele Frauen bringen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt - auch wenn das nicht medizinisch notwendig ist. © dpa, Waltraud Grubitzsch, wg aen fux fgj

Neue Studie: Kaiserschnitte verändern Anatomie von Mutter und Kind

Immer mehr Frauen bringen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, auch wenn es nicht dringend notwendig ist. Doch der medizinische Eingriff hat auch Auswikrungen auf die Evolution des Menschen. Genauer gesagt auf die Anatomie der Frau - das zeigt jetzt eine aktuelle Studie der Universität Wien.

Kaiserschnitt-Geburten setzen Selektionsdruck der Natur außer Kraft

Kaiserschnitt-Geburten haben bereits unzähligen schwangeren Frauen und ihren Kindern das Leben gerettet. Denn wenn Babys mit zu großem Kopf nicht durch den Geburtskanal der Mutter passen, war dies früher ein wahrscheinliches Todesurteil. Bis zu sechs Prozent der Geburten endeten für Mutter und Kind durch dieses sogenannte 'Kopf-Becken-Missverhältnis' tödlich. Heute können Kaiserschnitte genau das verhindern.

Doch auch immer mehr Schwangere, bei denen ein Kaiserschnitt nicht medizinisch notwendig ist, greifen heute zu der operativen Geburtsmaßnahme. In Deutschland kommt so mittlerweile knapp ein Drittel aller Kinder per Kaiserschnitt-OP auf die Welt. Und das hat Auswirkungen! Denn der medizinische Eingriff bringt die Evolution ordentlich durcheinander und wirkt sich auf die Anatomie von Mutter und Kind aus.

Zum Hintergrund: In der Vergangenheit wurden Frauen mit einer zu schmalen Hüfte noch Teil der 'natürliche Auslese' der menschlichen Evolution. Anatomische Eigenschaften wie ein zu schmales Becken wurden so nicht an die nächste Generation weitergegeben. Durch Kaiserschnitt-Geburten wird dieser Selektionsdruck außer Kraft gesetzt - die Entwicklung sogar umgekehrt. Die Folge: Die Forscher der Universität Wien rund um Philipp Mitteröcker prophezeien, dass Mütter künftig schmalere Hüften und Neugeborene größere Köpfe haben werden. Damit würde sich im Umkehrschluss dann auch die Zahl problematischer Geburten weiter vergrößern.

Dass es bei Menschen vergleichsweise häufig zu Geburtsproblemen kommt, liegt laut Experten übrigens am aufrechten Gang, für den ein schmaleres Becken vorteilhaft ist.

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