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Folsäure und Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten

Diese Lebensmittel sind reich an Folsäure!
Diese Lebensmittel sind reich an Folsäure! Folsäuremangel erkennen und behandeln 00:01:40
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Warum braucht der Körper Folsäure?

Folsäure ist ein Vitamin aus der B-Gruppe, es wird auch B9 genannt. Das Vitamin kann von unserem Körper nicht selbst hergestellt werden und muss daher mit der Nahrung oder in Tablettenform aufgenommen werden. Es ist unter anderem in Spargel, Kohl und Spinat zu finden. Da Schwangere eine erhöhte Dosis Folsäure benötigen, verschreiben ihnen Frauenärzte oft spezielle Präparate zur Deckung des täglichen Bedarfs. Doch was bewirkt Folsäure eigentlich? Und wieso ist sie für das ungeborene Baby so wichtig?

Folsäure: Eine Frauenärztin untersucht eine schwangere Frau
Frauenärzte verschreiben meist schon zum Anfang der Schwangerschaft Folsäurepräparate

Folsäure ist hauptsächlich für die gesunde Entwicklung der Zellen im Körper verantwortlich. Das gilt natürlich auch für ein ungeborenes Kind, das die Folsäure von der Mutter bezieht. Aus diesem Grund ist es vor allem in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft wichtig, den Körper mit reichlich Folsäure zu versorgen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine Dosis von 0,4 Milligramm Folsäure für einen Erwachsenen pro Tag; bei Schwangeren verdoppelt sich die empfohlene Menge auf 0,8 Milligramm pro Tag.

Beim Ungeborenen ist der Vitalstoff für die Zellteilung wichtig. Die meisten Zellteilungs- und Zellbildungsprozesse finden in den ersten vier Schwangerschaftswochen statt. Die Bildung des sogenannten Neuralrohres, für das Folsäure unentbehrlich ist, findet meist schon am 18. Tag der Schwangerschaft statt. Aus dem Neuralrohr bilden sich später das Gehirn und das Rückenmark.

Doch auch danach ist die ausreichende Deckung des Folsäurebedarfs wichtig - selbst nach der Geburt. Denn dann wird das Baby schließlich immer noch von der Mutter mit der Muttermilch versorgt. Folsäure ist in diesem Stadium unter anderem für die Blutbildung beim Baby wichtig.

Was passiert bei einem Mangel an Folsäure?

Optimal ist es sogar, wenn man schon vor der Schwangerschaft für einen guten Bestand an Folsäure im Körper sorgt. Frauen, die schwanger werden wollen, wird aus diesem Grund empfohlen, gleich nach dem Absetzen des Verhütungsmittels mit der Einnahme von Folsäure zu beginnen.

Dafür ist es bei ungeplanten Schwangerschaften oft schon zu spät, da sie in der Regel erst in der 7. oder 8. Schwangerschaftswoche vom Arzt bestätigt werden.

Was genau kann bei einem Folsäuremangel passieren? Der Mangel an Folsäure kann - nicht nur bei Schwangeren - zu Mangelerscheinungen führen. Dazu gehören:

• Eine verminderte Zellteilung

• Hemmung des Wachstums (bei Kindern)

• Konzentrationsstörungen und Müdigkeit

• Schlaflosigkeit

Ein ungeborenes Kind kann bei einem Folsäuremangel einen Neuralrohrdefekt davontragen. Allerdings kommt ein echter Mangel an Folsäure in Deutschland nur sehr selten vor. Dieser ist meist an eine stark einseitige Ernährung, Alkoholmissbrauch oder die Einnahme von Medikamenten zur Therapie von Krebs oder Epilepsie gekoppelt.

Für eine Überdosierung von Folsäure wurden bisher keine Nebenwirkungen festgestellt. Eine Überdosierung über die Nahrung ist aber sowieso kaum möglich.

Folgende Lebensmittel enthalten Folsäure:

• Blattgemüse wie Spargel, Rucola, Spinat

• Brokkoli

• Tomaten

• Nüsse

• Karotten

• Radieschen

• Kalbs- und Geflügelleber

• Vollkornprodukte

Folsäure ist in den Lebensmitteln allerdings nur in geringen Mengen enthalten. Für Schwangere wird dadurch der Griff zu einem Folsäure-Präparat unverzichtbar.

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