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Fokussierter Ultraschall bei Parkinson: MRT-gesteuerte Therapie soll Zittern ausschalten

Hoffnung für Parkinson-Patienten
Hoffnung für Parkinson-Patienten Ultraschallwellen sollen das Zittern bekämpfen 00:02:42
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Ultraschallwellen sollen krankes Gewebe zerstören

Dass Schmuel Tamir je wieder Handarbeit machen könnte, grenzt für ihn an ein Wunder. Vor neun Jahren ist er an Parkinson erkrankt, die Hände haben so gezittert, dass er fast nichts mehr selbständig machen konnte. Doch jetzt kann der 68-Jährige wieder Hoffnung schöpfen – dank fokussiertem Ultraschall.

Als einer der ersten Patienten weltweit hat Schmuel Tamir sich in Israel einer neuen Therapieform gegen Parkinson unterzogen - dem sogenannten fokussierten Ultraschall. Dabei wird dem Patienten eine Art Helm aufgesetzt, der den Kopf fixiert, dann wird eine Magnetresonanztomographie durchgeführt, eine sogenannte MRT. Anschließend wird der für Parkinson verantwortliche Bereich im Hirn mit Ultraschallwellen behandelt. Durch die Bündelung der Ultraschallwellen entsteht Hitze, die Patienten aber nicht spüren. Diese zerstört das kranke Gewebe, ohne Gesundes zu verletzten.

Dr. Ilana Schlesinger, behandelnde Neurochirurgin im Rambam Krankenhaus in Haifa sagt: „Das Gute ist, wir machen den Schädel nicht auf, wir schneiden nicht, es gibt keine Blutungen. Eine sichere Methode ohne Schäden zu verursachen. Eben nur ein Ultraschall.“

Bis zu fünf Stunden dauert die Behandlung. Die Ärzte gehen schrittweise vor. Immer wieder treffen die Ultraschallwellen die Stellen im Gehirn für einige Sekunden, dann wird kontrolliert, ob das Zittern danach weniger geworden ist, ob die richtige Stelle behandelt wurde. Dann geht's weiter, bis das Zittern schließlich ganz weg ist.

Schmuel Tamir war einer von insgesamt 39 Patienten, die bisher behandelt worden sind. Viele sollen folgen. Der israelische Entwickler will die neue Erfolgstechnologie in die ganze Welt exportieren. Der fokussierte Ultraschall ist als Therapieform übrigens nicht neu. Bereits bei der Behandlung von zum Beispiel Gebärmuttermyomen wird sie erfolgreich angewandt. In der Parkinson-Therapie ist sie aber revolutionär. Professor Menashe Zaaroor, Leiter der Neurochirurgie im Rambam Krankenhaus bestätigt: „Das ist ein medizinisches Wunder. Man kann sofort den Effekt der Behandlung sehen. Das ist fantastisch.“

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