Flug MH370: Für Angehörige kein normales Leben möglich

Zehn Monate nach der Katastrophe fehlt noch immer jede Spur

Jedes Aufstehen, jeder neue Tag ist für Danica Weeks eine Qual. Doch sie rafft sich auf, bemüht sich um einen Alltag - für ihre Kinder.

Flug MH370: Danica Weeks muss ohne ihren Mann auskommen
Danica Weeks und ihre beiden Kinder müssen ohne ihren geliebten Ehemann und Vater auskommen. Paul Weeks saß an Bord des Flugs MH370.

"Zu versuchen ein normales Leben zu führen ist ein harter Kampf und es wird härter und härter, weil wir einfach keinen Schlussstrich ziehen können. Wir existieren einfach nur und versuchen, die Suche anzutreiben, das ist alles was wir tun können und hoffen, dass wir ihn nach Hause bringen", sagt die 40-Jährige, die seit dem Verschwinden der Maschine ihren Mann vermisst.

Danicas Mann Paul war einer von 239 Passagieren des Fluges MH370. Der Maschinenbauer wollte geschäftlich für 28 Tage in die Mongolei. Fast 10 Monate ist es her, dass die Boeing 777 auf seinem Weg von Kuala Lumpur nach Peking einfach wie vom Erdboden verschwand. Bis heute ist das unerklärlich.

"Ich wache jeden Tag auf und denke, wie kann sich ein Flugzeug in Luft auflösen. Niemand ist fähig, mir diese einfache Frage zu beantworten", sagt die Mutter.

Danica Weeks spricht aus, was die ganze Welt denkt. Sie wurde zum Gesicht der zahlreichen Angehörigen, die bis heute vergebens auf ihre Lieben warten. Schon wenige Tage nach dem Verschwinden gab die Zweifach-Mutter ein bewegendes Interview:

"Er gab mir zum Abschied seinen Ehering und seine Uhr für unsere Söhne. Falls ihm etwas passieren sollte, sollte ich dem ersten, der heiratet den Ring geben und dem anderen Sohn die Uhr."

Auch heute fast zehn Monate nach dem Verschwinden – fast zehn Monate in denen ihre Kinder Geburtstag ohne ihren Vater feiern mussten - verbringt Danica die Zeit mit warten und hoffen. Nach wie vor wird spekuliert, ob die Maschine entführt wurde. Es ein tragisches Unglück war, oder ein technischer Fehler.

Einen Abschluss finden, das ist Danicas größter Wunsch

Monat für Monat steigt die Wut der 40-Jährigen – Wut gegenüber der Malaysischen Fluggesellschaft, die sich noch immer bedeckt hält; die Angehörigen nicht darüber aufklärt was alles getan wird, um herauszufinden was wirklich am 8. März 2014 an Bord passiert ist.

Ein angebotenes Schmerzensgeld von knapp 26.000 Euro hat Danica abgelehnt, sie will sich nicht abspeisen lassen, sie will Antworten für sich und ihre Kinder. Fakt ist, dass die australische Regierung eine niederländische Privatfirma beauftragt hat, die die Suche nun noch bis Mai fortsetzt.

Einen Abschluss finden, das ist Danicas größter Wunsch. Denn dass sie ihren geliebten Ehemann endgültig verloren hat, wird sie erst wirklich glauben, wenn es Beweise gibt – für welche Theorie auch immer. Und bis dahin wird sie weiter stark bleiben, denn Paul hätte es so gewollt.

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