Flüchtling auf einem Boot: Maya Alkhechen kämpfte für das Leben ihrer Söhne

Mutter bangt um das Leben ihrer Kinder

Es ist wohl eine der größten Tragödien im Mittelmeer: Ein Boot mit mehr als 700 Flüchtlingen an Bord ist am 19. April 2015 gekentert. Nur 28 Menschen konnten gerettet werden. Maya Alkhechen nahm ebenfalls diese Horrorfahrt auf sich, allerding im Jahr 2013. Damals floh sie mit ihrem Ehemann und den zwei Söhnen Hamza und Karam aus Ägypten, zusammen mit unzähligen anderen. Und immer ist die Angst da: "Was, wenn das Boot kentert?"

Maya Alkhechen
Maya Alkhechen stieg mit ihren zwei Söhnen in das Flüchtlingsboot

Die 30-jährige Mutter ist in Essen aufgewachsen - ihr Deutsch ist besser als ihr Arabisch. Sie absolvierte ihr Abitur und bewarb sich für ein Medizinstudium. Die Wartesemester wollte sie mit einer Ausbildung zur Krankenpflegerin überbrücken. Doch aus diesem Plan wurde nichts: Sie war in Deutschland zwar gedultet, jedoch nicht dazu berechtigt zu studieren oder eine Ausbildung zu absolvieren.

Im Alter von 22 Jahren beschloss sie Deutschland zu verlassen. Es zog sie nach Syrien, das Heimatland ihrer Familie. Da liegen zwar ihre Wurzeln – doch das Land kannte sie überhaupt nicht, da sie in Deutschland aufgewachsen ist: "Ich habe gedacht, vielleicht könnte ich dort studieren".

In Syrien lernte sie ihren Ehemann kennen: Sie heirateten und bekamen ihre zwei Söhne Hamza und Karam. Doch die Situation dort verschlechterte sich drastisch. Der Bürgerkriegt zwingt die Familie dazu nach Ägypten auszuwandern. Doch auch dort spitzte sich die Lage zu.

"Ich hab immer nur an meine Kinder gedacht"

Maya Alkhechen spielte mit dem Gedanken, nach Deutschland zurück zu gehen: "Doch ich wollte das nicht, mit zwei Kindern auf’n Boot - illegal. Und ich wollte nicht SO nach Deutschland zurückkommen. Illegal und unerwünscht sozusagen".

Trotzdem: Die unglaublich schlechte Lebenssituation in Ägypten wollte sie ihrer Familie nicht weiter antun. Sie zahlte 5.000 Euro an den Schleuser und stieg mit der Familie "in das verdammte Boot". Die Reise sollte von Alexandria, über das Mittelmeer nach Italien und von dort mit Zügen weiter bis nach Essen in Deutschland gehen. So viel Geld bezahlte die verzweifelte Mutter – doch auf dem Kutter wurde die Familie gehalten wie Tiere. Immer wieder fiel der Motor aus, und Maya wusste: "eine Welle - und wir sind weg". Diese sieben Tage auf dem Flüchtlingsboot wird sie nie vergessen! Was Maya Alkhechen außerdem über die Horrorfahrt berichtet und wie sie ihre Kinder rettete, erfahren Sie im Video.

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