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Fleisch-Fakten: Wie viel Fleisch ist noch gesund?

Zu viel Fleisch ist nicht gut!
Zu viel Fleisch ist nicht gut! So viel Fleisch sollten wir höchstens essen! 00:00:36
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Wie viel Fleisch essen die Deutschen und wie viel ist noch gut für uns?

Fleisch ist durch Meldungen über Krebsgefahr in Verruf geraten. Doch wie viel Fleisch essen die Deutschen überhaupt? Und wieviel Fleisch ist noch gesund?

Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche

 Ein Koch schneidet Fleisch.
Die Deutschen essen zu viel Fleisch. © dpa, Christian Bruna, cb pro jol

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 600 Gramm Fleisch pro Woche. Da dürfte sich der ein oder andere wohl fragen: Darf's nicht ein bisschen mehr sein?

Ein schlechtes Gewissen beim Essen von Fleisch muss man aus ernährungstechnischer Sicht erstmal gar nicht haben. Denn ganz grundsätzlich liefert uns Fleisch wichtige Nährstoffe, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff: "Fleisch ist ein hochwertiger Proteinlieferant. Viele gute, leichtverdauliche Eiweiße bekommen wir über das Fleisch. Außerdem Zink, die ganzen B-Vitamine, davon ist B12 ein ganz wichtiger Nährstoff."

Klingt gut und doch sollten wir es mit dem Fleisch- und Wurstessen nicht übertreiben. Lediglich 300 bis 600 Gramm pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Denn neben den guten Nährstoffen sind im Fleisch auch Cholesterin und gesättigte Fettsäuren enthalten. Zu viel davon stört den Fettstoffwechsel und kann zu Herz- und Kreislauferkrankungen bis hin zum Schlaganfall führen, warnt Antje Gahl, Sprecherin Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V..

Fleisch: Die Menge macht's

Und trotzdem essen die Deutschen zu viel Fleisch, im Schnitt nämlich rund 60 kg pro Jahr, also über ein Kilogramm pro Woche. Den geringsten Anteil davon hat Rind- und Kalbfleisch mit 8,9 kg. Vom fettarmen Geflügel wie Pute oder Hähnchenfleisch gönnen wir uns 11,5 kg im Jahr und mit Abstand vorne ist mit 38,2 kg das Schweinefleisch. Dabei ist gerade zu viel Schweinefleisch nicht so gut für uns.

Laut Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff enthält Schweinefleisch viel Arachidonsäure, eine bestimmte Fettsäure. Diese fördert Entzündungen im Körper und das ist auf Dauer schädlich.

Dazu kommt, dass Schwein, Rind und Lamm zum roten Fleisch zählen. Laut WHO gilt das als wahrscheinlich krebserregend. Gepökeltes und verarbeitetes rotes Fleisch in Wurst beispielsweise löst nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sogar eindeutig Darmkrebs aus. Wer jeden Tag rotes Fleisch isst, hat ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken, warnt die DGE.

Fazit: Komplett verzichten muss niemand, dafür ist ein gutes Steak ja auch einfach zu lecker. Aber wie bei so vielen Dingen im Leben, kommt es auch beim Fleisch auf die Menge an. Kaufen Sie lieber nur zwei bis drei Mal pro Woche ein gutes Stück beim Metzger Ihres Vertrauens - dann können Sie es auch bedenkenlos genießen.

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