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Flaute im Bett: Mehr als die Hälfte der Deutschen ist unzufrieden mit Sexleben

Studie belegt: Paare über 30 haben kaum noch Sex
Flaute im Bett: Paare über 30 haben kaum noch Sex © ROBERT KOHLHUBER

Schnarch! Unser Sexleben ist zum Einschlafen

Heiße Nächte? Von wegen. Sex wird bei Paaren über 30 offenbar so selten wie die Sichtung eines Schnabeltiers. Dabei sollte doch gerade in dem Alter noch richtig was im Bett laufen! Kleiner Trost: Wer in einer Beziehung lebt, hat immer noch mehr Sex als Singles. Na, wenigstens etwas!

Von Merle Wuttke

So, da haben wir es wieder schwarz auf weiß: Mit unserem Sexleben ist es nicht gut bestellt. Nicht einmal die Hälfte von uns ist zufrieden mit dem, was zu Hause im Bett passiert. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 10.000 Menschen im Auftrag der Online-Partnervermittlung ElitePartner. Besonders schlimm trifft es wohl die Altersgruppe ab 30. Und wer jammert am meisten? Na klar, die Männer! Vor allem, wenn sie Ehemänner sind - 28 Prozent von ihnen finden das Liebesleben mit ihrer Frau viel zu langweilig. Aber auch sonst meint jeder vierte Mann, der in einer Partnerschaft steckt: "Baby, da geht noch mehr!".

Wer jetzt meint, kein Problem, ich lebe ja allein, hat falsch gedacht. Bei den Singles sieht das Ganze auch nicht viel besser aus: 65 Prozent von ihnen haben weniger als einmal im Monat Sex. Ja, das ist sie, die traurige Wahrheit. Addiert man zu diesen Ergebnissen jetzt noch, dass die Menschen wohl kaum mehr lügen, als bei Umfragen, in denen es um Sex geht, muss man sich wundern, dass in deutschen Betten überhaupt noch miteinander geschlafen wird ... Kein Wunder, dass dieses Land auf dem letzten Platz bei der Geburtenrate liegt – und dass es bei vielen Paaren später bei einem Kind bleibt. Ein Viertel der Elternpaare hat nämlich weniger als einmal im Monat Sex.

Bei Paaren über 30 herrscht Flaute im Bett

Diese Zahlen werfen dann doch auch gleich ein ganz anderes Licht auf die Stimmung im Land. Das nächste Mal, wenn wieder jemand an der Ampel einen Fußgänger oder Radfahrer anpöbelt, weil dieser sich angeblich falsch im Straßenverkehr verhält oder nach einer höflichen Aufforderung im Bus schlecht gelaunt die Tasche vom freien Platz geräumt wird, sollte man sich nicht ärgern, sondern sich einfach im Stillen sagen: "Ja, ich weiß, Du Armer. Auch du bekommst zu wenig sexuelle Zuwendung zu Hause, ich verstehe deine Frustration." Und schwupps, schon ist der eigene aufkommenden Ärger abgemildert und man selbst gnädiger gestimmt. Wer weiß, vielleicht wirkt sich dieser Großmut sogar zu Hause auf die eigene Beziehung positiv aus. Denn mal ehrlich: Wann war denn das letzte Mal, dass Sie und Ihr Schatz...? Aha, da sehen Sie’s.

Mit anderen Worten: Wir sollten alle mehr Sex haben. Nein, Liebe machen. Klingt gleich viel poetischer. Denn auch das haben mittlerweile Studien ergeben, wer zufrieden mit seinem Sexleben ist, der ist auch im Allgemeinen glücklicher. Dass liegt an all diesen guten Hormonen, die währenddessen ausgeschüttet werden und unsere Körper überfluten. Wir Deutschen müssten also alle gar nicht so miesepetrig und graugesichtig durch die Welt laufen, wie wir das üblicherweise tun, sondern könnten quasi zur Hippie-Nation werden und den alten Spruch "Make love, not war" wiederbeleben, wenn wir nur mehr Sex hätten. Wäre angesichts der Katastrophen da draußen ohnehin keine schlechte Idee. Also Leute, ihr habt es selbst in der Hand euch glücklich zu machen. Fangt einfach damit an - am besten heute Abend schon.

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