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Finderlohn? DAS steht mir zu

Finderlohn? Was steht mir zu?
Finderlohn? Was steht mir zu? Gesetzlich festgelegt 00:01:58
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Finderlohn: Darum freuen sich bei uns die kommunalen Kassen

Eine herrenlose Plastiktüte liegt neben Sophie Dorison im Bus. Sie hält sie zunächst für Müll, doch dann entdeckt sie eine Menge Geldscheine im Inneren der Tüte. Es sind 20.000 Euro, die die Hamburgerin da gefunden hat. “Ich habe genauso, wie jeder andere auch, darüber nachgedacht, das Geld zu behalten, ganz klar.“ Doch Sophie Dorison gibt das Geld bei der Polizei ab und handelt damit genau richtig. Denn gesetzlich ist sie sogar dazu verpflichtet, das gefundene Geld abzugeben – sonst macht sie sich strafbar wegen Fundunterschlagung. Das ehrliche Verhalten wird dann allerdings auch belohnt.

Hätten Sie auch so gehandelt? Die Stimme der Vernunft sagt uns, dass wir etwas, dass uns nicht gehört, dem Eigentümer zurück geben müssen. Das vorbildhafte Verhalten wird dann im Gegenzug mit einem Finderlohn honoriert. Doch wann steht uns ein Finderlohn wirklich zu und wie hoch muss der sein? Gibt es Gesetze, die das festlegen? Wie verhalte ich mich als Finder richtig? Hier sind die wichtigsten Infos für ehrliche Finder.

Wie viel Finderlohn steht dem Finder zu?

Martin Schnell ist Rechtsanwalt und weiß, dass der Betrag fünf Prozent beträgt, wenn es sich um eine gefundene Summe von bis zu 500 Euro handelt. Ab 500 Euro sind es allerdings nur noch drei Prozent. Ebenfalls gilt dieser Prozentsatz für gefundene Tiere. Bei einem Wert von bis zu 50 Euro in Öffentlichen Verkehrsmitteln und Behörden gibt es keinen Finderlohn. Ist es mehr Geld, dann wird für die Abgabe des Funds aber auch nur noch die Hälfte des normalen Finderlohns ausgegeben. Da Sophie Dorison die 20.000 Euro in einem öffentlichen Bus der Stadt Hamburg gefunden hat, bekommt sie dementsprechend nicht drei Prozent Finderlohn, sondern nur die Hälfte. ‘Nur‘ 300 Euro hat die Hamburgerin daher für ihr ehrenhaftes Verhalten bekommen. Doch zu guter Letzt gibt es dann doch noch ein Happy End. Was passiert ist, sehen Sie im Video:

Finderlohn: Was passiert, wenn der Eigentümer sich nicht meldet?

Sollte sich der Eigentümer innerhalb eines halben Jahres nicht melden, dann darf der Finder die komplette Summe behalten - normalerweise. Denn für Bus, Bahn und Behörde gilt wiederum eine Ausnahmeregelung: Das Geld geht an die Stadt.

Doch meistens kommt es vor, dass Dinge verloren gehen, die nur für den Eigentümer von Wert sind. Dann ist der Finderlohn nach eigenem Ermessen festzulegen.

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