Finanzen: Das ändert sich für Sie im Jahr 2011

Finanzen: Das ändert sich für Sie im Jahr 2011
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Alle Änderungen auf einen Blick

Schon wieder müssen Sie sich als Verbraucher auf Veränderungen einstellen: das Fliegen wird teurer, das Elterngeld weniger, der Krankenkassen-Beitrag erhöht.

Gesetzliche Krankenversicherung

Ab 2011 müssen Sie als Arbeitnehmer 8,2 Prozent Krankenkassen-Beitrag zahlen. Das sind 0,3 Prozent mehr als vorher. Während der Anteil der Arbeitgeber von 7,0 auf 7,3 Prozent steigt und auch nicht weiter erhöht wird, kann Ihr Beitrag künftig noch angehoben werden.

Zudem behalten es sich die Krankenkassen vor, Zusatzbeiträge in beliebiger Höhe festzusetzen. Dieser Betrag ist für alle gleich und nicht einkommensabhängig. Wenn Sie mit einem Zusatzbeitrag nicht einverstanden sind, machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und wechseln Sie die Krankenkasse.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung liegt künftig bei 3.712,50 Euro brutto statt 3.750 Euro brutto. Wer mehr verdient, zahlt für das Einkommen über diesem Betrag keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

Soziales und Steuern

Medikamente

Apotheken sind durch Rabattverträge mit Pharma-Herstellern verpflichtet, Ihnen als Kassenpatient das Arzneimittel Ihres Vertragspartners zu geben. Zukünftig können Sie das gleiche Medikament eines anderen Herstellers bekommen, wenn Sie die Differenz zu dem Apotheker-Medikament selbst tragen. Eine Bestätigung des Arztes über die medizinische Notwendigkeit eines bestimmten Präparats befreit Sie nach wie vor von Zusatzkosten.

Private Krankenversicherung

Mit einem Jahresbruttoeinkommen ab 49.500 Euro können Sie im nächsten Jahr in eine private Krankenversicherung wechseln, bislang war das erst ab 49.950 Euro Jahresbruttoeinkommen möglich. Außerdem muss das Gehalt nicht über einen Zeitraum von drei Jahren nachgewiesen, es reicht schon ein Jahr.

Hartz IV und Elterngeld

Hartz-IV-Bezieher sollten die Verlängerungsoption beim Elterngeld sofort widerrufen. Denn das Elterngeld wird von 300 Euro auf 150 Euro reduziert und statt 12 Monate 24 Monate ausgezahlt. Der ausstehende Betrag von maximal 1.800 Euro kann bis zum Jahresende nur dann anrechnungsfrei nachgezahlt werden, wenn die Verlängerungsoption widerrufen wurde.

Elterngeld

Statt 67 Prozent Elterngeld wie bisher gibt es ab 2011 nur 65 Prozent des letzten Nettoeinkommens für Ehepaare mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 1.240 Euro. Werdende Eltern, die mehr als 250.000 Euro (Verheiratete über 500.000 Euro) pro Jahr verdienen sowie Arbeitslosengeld II – Empfänger bekommen gar kein Elterngeld mehr.

Luftverkehrssteuer macht das Fliegen teurer

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© dpa, Frank Rumpenhorst

Heizkostenzuschuss

Wohngeld-Empfänger erhalten keinen Heizkosten-Zuschuss mehr.

Steuern

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung wird ab Januar 2011 um 0,2 Prozent auf 3,0 Prozent angehoben.

Ein häusliches Arbeitszimmer kann bis zu einer Höhe von 1.250 Euro steuerlich abgesetzt werden.

Lohnsteuerkarte

Es wird in Zukunft keine Lohnsteuerkarte in Papierform mehr geben. Sie wird abgelöst von dem elektronischen Verfahren „ELStAM - Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale". Da das neue Modell nicht sofort umgesetzt wird, brauchen Sie Ihre Lohnsteuerkarte von 2010 auch noch für 2011. Eintrags-Änderungen (z.B. Anzahl der Kinder) müssen Sie demnächst dem zuständigen Finanzamt mitteilen.

Reisen

Der neuen Luftverkehrssteuer ist es zu verdanken, dass das Fliegen je nach Strecke teurer wird. Bis 2.500 Kilometern zusätzlich 8 Euro, bis 6.000 Kilometer 25 Euro und ab 6.000 Kilometer 45 Euro.

Verkehr

17-Jährige können ab Januar den Führerschein machen. Sie dürfen aber nur in Begleitung eines mindestens 30-jährigen Führerscheininhabers fahren. Die Begleitung darf maximal drei Punkte in Flensburg haben und muss mindestens fünf Jahre den Führerschein haben.

Rauchen:

Nicht zum 1. Januar, aber wohl zum 1. Mai werden Glimmstängel teurer. Zunächst soll eine Schachtel vier bis acht Cent mehr kosten.

Energie:

Die Umlage aus dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) steigt im neuen Jahr um mehr als 70 Prozent von 2,047 Cent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Sie dient der Förderung erneuerbarer Energien. Das EEG verpflichtet Netzbetreiber dazu, Strom aus Anlagen, die Energie aus regenerativen Quellen gewinnen, ins Netz einzuspeisen und dafür einen bestimmten Festpreis zu zahlen. Die Differenz zum Marktpreis wird über die sogenannte EEG-Umlage ausgeglichen, die von den Stromkunden zu entrichten ist.

Aromen müssen gekennzeichnet werden

Glühbirne:

Zum 1. September 2011 fällt auch die 60-Watt-Glühbirne unter die sogenannte Ökodesignrichtlinie der Europäischen Union und darf nicht mehr produziert werden. Bis 2016 sollen nicht nur alle herkömmlichen Glühlampen, sondern auch ineffiziente Halogenlampen durch energiesparende Lampen der Effizienzklassen A oder B ersetzt werden.

Lebensmittelaromen:

Ab 20. Januar 2011 entfällt die Unterscheidung zwischen naturidentischen und künstlichen Aromastoffen. Beide müssen künftig in der Zutatenliste als 'Aroma' deklariert werden, zum Beispiel als 'Vanillearoma'. Daneben gibt es weiterhin natürliche Aromastoffe auf pflanzlicher oder tierischer Basis. Zum Beispiel bedeutet der Begriff 'natürliches Erdbeeraroma' künftig, dass dieses Aroma zu mindestens 95 Prozent aus der genannten Quelle stammt, im Beispiel also aus Erdbeeren.

Fischereierzeugnisse:

Nach EU-Vorgabe müssen ab 1. Januar 2011 Erzeugnisse aus Fischerei und Aquakultur auch Angaben darüber enthalten, ob die Waren zuvor gefroren wurden. So wird beispielsweise der aus Asien stammende Pangasius aus logistischen Gründen tiefgefroren transportiert und vor dem Verkauf wieder aufgetaut.

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