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Filmkritik 'Fünf Freunde 3': Heißes Abenteuer in den Tropen

3 von 5 Punkten

Eine tropische Insel, ein Piratenschatz, der gefunden werden möchte, ein geldgieriger Hotelbesitzer, der ein ganzes Dorf vertreiben will, strohdoofe Gangster, die am Ende bestraft werden: Das sind die Zutaten für den dritten Teil der 'Fünf Freunde' nach der berühmten Kinderbuchreihe von Enid Blyton. Viele Kinder, die die ersten beiden Teile gesehen haben, warten sehnsüchtig auf das neue Abenteuer der mutigen Kids – und auch die ein oder andere Mami, die die Bücher früher verschlungen hat, freut sich auf eine Zeitreise in die eigene Kindheit. Aber kann der Film den Erwartungen gerecht werden?

'Fünf Freunde 3' kommt in die Kinos - Filmkritik
Das einheimische Mädchen Joe unterstützt die 'Fünf Freunde' auf der Suche nach dem Schatz. Foto: Constantin Film

Es beginnt wie schon im ersten und zweiten Teil: Die Freunde machen wieder gemeinsam Ferien, diesmal auf Tao Lapai in Thailand. Wer die Vorgänger nicht kennt, wird möglicherweise über etliche Tatsachen staunen. Wie sind die Kinder verwandt? Wo sind die Eltern? Wieso trägt ein Mädchen den Namen George? Aufgeklärt wird der Zuschauer nicht. Allerdings sind diese Informationen nicht von größerer Wichtigkeit – selbst Kinder, die erst jetzt bei den 'Fünf Freunden' einsteigen, werden der simplen Geschichte folgen können.

Und die sieht so aus: Die Kinder (Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen und Neele Marie Nickel) und Timmy, der Hund, entdecken beim Tauchen einen Kompass, der den Weg zu einem uralten Piratenschatz weist. Diesen wollen die Fünf selbstverständlich finden. Und ihn für einen guten Zweck nutzen: Das Dorf des einheimischen Mädchens Joe soll einem Ferienresort Platz machen; der Schatz könnte die Schulden der Dörfler begleichen und den Abriss verhindern. Der Bauherr (Sky du Mont) heuert dann auch noch ein Gangster-Pärchen (Nora von Waldstätten und Michael Kessler) an, das den Kindern den Schatz abnehmen soll.

Harmlos und vorhersehbar

Dass die Freunde am Ende als Sieger dastehen und das Dorf retten, versteht sich dabei von selbst. Leider gestaltet Mike Marzuk (der auch bei den beiden Vorgängern Regie geführt hat) den Plot des Kinderfilms dabei zu linear und damit vorhersehbar. Story-Wendungen sieht man schon kilometerweit kommen, die etlichen 'In-letzter-Sekunde-gerettet'-Momente helfen der Spannung da auch nicht weiter.

Ein Beispiel gefällig? Julian wird im Dschungel vom schwarzen Waldläufer – einer seltenen Käferart – gebissen, dessen giftiger Biss angeblich in hundert Prozent der Fälle tödlich enden soll… Es sei denn, man verabreicht dem Jungen (nachdem er gerade das Bewusstsein verloren hat) eine Beere, die zufällig ganz in der Nähe wächst. Was für ein Glück, dass die einheimische Joe ein gutes Heilwissen hat und sich auf der gesamten Insel perfekt auskennt. Nach fünf Minuten ist der junge Held, der davor fast zwei Tage von Fieber heimgesucht wurde, wieder putzmunter. So einfach kann Medizin sein.

Der Film hat aber auch einige Lichtblicke: Eine rasante Verfolgungsjagd sorgt am Ende für Spannung, der sprechende Papagei Hugo für einige Lacher im Film. Da die Produktion tatsächlich in Thailand stattgefunden hat, kann das Werk auch mit einigen schönen Landschaftsaufnahmen glänzen, von denen die Begleiter der Zielgruppe von den Fünf- bis Zwölfjährigen sicher begeistert sein werden.

Von Michael Burakowski

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