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Fiebersenker sind lebensgefährlich - Infekte besser auskurieren

1.000 zusätzliche Tote durch Fiebersenker

Grippaler Infekt, Fieber? Gut, dass es die Apotheke gibt! Dort bekommen wir rezeptfrei die Mittelchen, die uns nach zwei Tagen im Bett wieder fit fürs Büro machen. So ein kleines unangenehmes Gefühl hat wohl jeder bei diesen Gedanken. Jetzt haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass dieses Verhalten nicht nur schlecht für den Erkrankten, sondern vor allem für seine Umgebung ist: Allein 1.000 zusätzliche Grippetote in den USA und fünf Prozent mehr Erkrankte insgesamt sind die Folge davon, dass viele Berufstätige ihren Infekt nicht ordentlich auskurieren, sondern Krankheits-Symptome mit Medikamenten ausschalten.

Fiebersenker sind lebensgefährlich - Infekte besser auskurieren
Fiebersenker und andere Grippemittel lindern die Symptome, nicht die Krankheit. © contrastwerkstatt - Fotolia

Diejenigen, die sich mit Fiebersenkern und anderen Grippemitteln schnell wieder fit machen wollen, verwechseln Krankheit und Symptom. Die Viren eines grippalen Infekts sind nämlich nach zwei Tagen in aller Regel noch quicklebendig. Wer - weil er sich nicht mehr wirklich krank fühlt - jetzt wieder am Arbeitsplatz auftaucht, kann somit Ausgangspunkt einer kleinen Epidemie werden.

Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit sind nützliche Reaktionen des Körpers, um die Krankheit zu bekämpfen. Der Körper teilt uns mit: Schone dich und halte dich warm! Und das Fieber bekämpft die Keime, die sich im Körper ausbreiten.

Infekte: Fieber ist nützlich

Besonders Fieber ist gut und nützlich: Viren und Bakterien sind nämlich an unsere normale Körpertemperatur angepasst. Bei 36,8 bis 37 Grad fühlen sie sich wohl, jedes Zehntelgrad mehr lähmt sie immer stärker, während das Immunsystem durch Fieber immer besser funktioniert. Die Blutgefäße weiten sich und transportieren die Antikörper schneller dahin, wo sie gebraucht werden. Bei Fieber hat unser Immunsystem ein leichteres Spiel, die Krankheit zu bekämpfen.

Ärzte gehen davon aus, dass 40 Grad Fieber noch nicht gesenkt werden müssen. Natürlich muss der Fieberverlauf bei solch hohen Temperaturen gut überwacht werden. Steigt das Fieber auf über 41 Grad, muss der Hausarzt unbedingt informiert werden oder, falls das nicht geht, das Krankenhaus.

Extrem hohes Fieber ab 41 Grad ist gefährlich, weil Bewusstlosigkeit und Delirium drohen. Mit kalten Wickeln auf der Stirn und um die Beine kann sehr hohes Fieber im Notfall auch ohne Medikamente gesenkt werden, bis der Arzt eintrifft.

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