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Fettsucht, Magersucht - und nun auch noch Fehlgeburt

Malissa (22) hat ein schlimmes Schicksal

Die Geschichte der 22 Jahre alten Malissa Rowbutton und ihrem Ehemann Chris (23) ist traurig und weckt Hoffnung zugleich, so schlimm auch alles scheint. Malissa war einst mit 225 Kilo der dickste Teenager Englands. Jeden Tag nahm sie 15.000 Kalorien zu sich. Dann folgte ein Magenbypass, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die junge Frau hungerte ganze 140 Kilo runter und begann, Essen zu hassen. Im Mai vergangenen Jahres war Malissa magersüchtig. Jeden Tag ernährte sich die damals 20-Jährige von einem Energy-Drink und einer Tüte Chips.

Fettsucht, Magersucht - und nun auch noch Fehlgeburt

Doch damit ist die Leidensgeschichte der jungen Frau noch lange nicht zu Ende. Trotz ihrer Krankheit wollten Malissa und ihr Mann Chris ein Baby. Malissa wurde schwanger und das Paar gab dem Ungeborenen schon einen Namen: Harry. Doch die Risikoschwangerschaft endete in einer Tragödie.

"Das war schrecklich. Ich war magersüchtig, doch versuchte, mehr zu essen. Durch den Magenbypass ist mein Magen zu klein und ich konnte nicht genügend Nährstoffe zu mir nehmen. Mir war ständig schlecht und ich hatte eine Infektion nach der anderen. Wegen einer Entzündung im Mund konnte ich nur noch Eiswürfel lutschen", erzählt Malissa. "In der 23. Woche hatte ich komplettes Organversagen. In der 27. Woche kam Harry zur Welt. Er lebte nur ein paar Stunden. Er hatte Fruchtwasser verschluckt und das hatte eine Lungenentzündung verursacht. Harry ist in seinem Blut ertrunken."

Malissa riskiert mit jeder Schwangerschaft ihr Leben

14 Tage fiel Malissa ins Koma und überlebte nur knapp. Malissa hat ihren kleinen Harry nie im Arm halten können. "Als ich aus dem Koma erwacht bin und sie mir erzählten, dass Harry tot ist, ist eine Welt in mir zusammengebrochen", so Malissa.

Im April 2012 wurde Malissa wieder schwanger, aber auch dieses Baby verlor sie in der neunten Woche. Die Diagnose: Malissa riskiert mit jeder weiteren Schwangerschaft ihr Leben. Ihr Körper ist zu schwach dafür. "Zu wissen, dass wir kein Baby mehr auf natürlichem Wege bekommen können, macht mich fertig. Sollte ich nochmal schwanger werden, dann kann mich das umbringen. Und trotzdem möchte ich um alles in der Welt Mama sein." Jetzt will das Paar ein Kind adoptieren.

Chris steht weiterhin voll und ganz hinter seiner Malissa, auch wenn sie von ihrer Fett- und anschließenden Magersucht gezeichnet ist. Ihre Hautlappen, die sie durch die krasse Diät noch mit sich trägt, müssen bald operiert werden. Gemeinsam sind sie in ihr neues Haus in Goole im Nordwesten Englands gezogen. Am 27. Juli hat Chris Malissa das Ja-Wort gegeben. Um ins Brautkleid zu passen, musste Malissa - anders als andere Bräute - Gewicht zulegen.

"Wir haben schon so viel erlebt. Es kann eigentlich nur noch besser werden, oder?", zeigt Chris sich optimistisch. "Wir haben fast alles durchlebt, Krankheit und Gesundheit. Jetzt geht's bergauf."

Seit ihrer Hochzeit haben sie sich eines geschworen: Sie wollen bloß noch nach vorn blicken und alles Negative hinter sich lassen. Denn dafür haben sie sich das Ja-Wort gegeben - um gemeinsam in eine bessere Zukunft zu blicken. Mit dem neuen Haus haben sie dafür schon den Grundstein gelegt.

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