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Fetales Alkoholsyndrom: Die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Wie Kinder unter Alkohol in der Schwangerschaft leiden

Dass Alkohol in der Schwangerschaft nicht gesund ist, das wissen wohl die meisten. Die wenigsten wissen allerdings, wie die konkreten Folgen aussehen können. Das Fetale Alkoholsyndrom beschreibt ein Krankheitsbild, unter dem viele Kinder ein Leben lang leiden.

Jährlich werden in Deutschland etwa 10.000 Kinder mit Alkoholschäden geboren. Auf den ersten Blick merkt man ihnen die Folgen dessen nicht direkt an, doch viele von ihnen leiden an einer Krankheit - dem Fetalen Alkoholsyndrom. Doch die Diagnose erfolgt nicht selten erst im höheren Alter, denn die typischen Symptome lassen sich auch anderen Krankheiten zuordnen.

Professor Hans-Ludwig Spohr, Arzt der Charité Berlin, erklärt, dass Kinder mit Fetalem Alkoholsyndrom - kurz FAS - häufig verhaltensauffällig, aggressiv und hyperaktiv sind. Sie erkennen selten Gefahren und leiden oft unter Schlaf- und Essstörungen. In ihrer Entwicklung bleiben diese Kinder oft zurück und sind beispielsweise mit vier Jahren gerade auf dem Stand eines zweijährigen Kindes.

Für die Eltern bedeutet dies, viel Geduld mit den Kindern haben zu müssen. Was gesunde Kinder in Kürze lernen, erarbeiten sich diese Kinder oft über Monate. Doch manchmal lassen sich die Rückstände nur bedingt aufholen. Mit zunehmendem Alter und größerem Anspruch der Aufgaben, wächst dann auch die Zahl der Probleme bei Kindern mit FAS, weiß Professor Spohr.

Viele Erwachsene werden depressiv

"Ein Drittel der Patienten, die unter dem Fetalen Alkoholsyndrom leiden, werden im Alter depressiv", so der Experte. Außerdem greifen viele von ihnen später selbst zur Flasche. Grund dafür ist aber keineswegs eine genetische Vererbung des Alkoholismus, vielmehr ist dies die Folge der Herausforderungen, mit denen sich die FAS-Betroffenen konfrontiert sehen.

Rund 90% der Kinder mit Alkoholschäden kommen später in eine Pflege-Familie, sagt Professor Spohr. Ihnen rät er dazu, den Kindern bereits vor der Pubertät zu erklären, in welcher Situation sie sich befinden und dass ihre leibliche Mutter an einer Krankheit litt. Denn häufig entsteht auch eine Wut, die betroffene Kinder auf ihre Mütter entwickeln.

Experten raten mittlerweile sogar von dem wehenfördernden Glas Sekt in der Schwangerschaft ab.

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