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Feinstaubbelastung in Stuttgart: Was Sie wissen müssen

Stuttgart ruft erstmalig Feinstaubalarm aus
Stuttgart ruft erstmalig Feinstaubalarm aus Luftverschmutzung 00:00:29
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Feinstaubalarm in Baden-Württembergs Hauptstadt

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gilt erstmals ein Feinstaubalarm. Die Bürger und Pendler sind dazu aufgerufen, ihr Auto freiwillig stehen zu lassen. Wie das sein wird, ist noch unklar.

Neben der Bitte an mehr als 200.000 Pendler, ihr Auto stehen zu lassen, appelliert die Stadt auch daran, sogenannte Komfortkamine nicht zu nutzen, die lediglich als zusätzliche Wärmequelle dienen. Stuttgart setzt damit als erste deutsche Großstadt ein Zeichen beim Kampf gegen die hohe Belastung mit dem krebserregenden Feinstaub auf diesen Weg. Nirgendwo in Deutschland gilt die Luft als so stark belastet wie hier. Umweltschützer und betroffene Bürger halten wenig vom Feinstaubalarm. Die Deutsche Umwelthilfe fordert stattdessen Fahrverbote etwa für Dieselfahrzeuge.

Für den Montagabend (18. Januar) hat eine Bürgerinitiative auch zu einer Demonstration aufgerufen. Startpunkt eines Demozuges ist die Umweltdaten-Messstation am Neckartor, dem in vielen vergangenen Jahren deutschlandweit am meisten von Feinstaub betroffenen Ort. Nach Angaben des Verkehrsministeriums fahren an dem Verkehrsknotenpunkt nahe der Innenstadt täglich etwa 71.300 Fahrzeuge vorbei.

Was Feinstaub für die Gesundheit bedeutet

Als Feinstaub werden winzige Partikel bezeichnet, dessen Hauptquelle vor allem die Emissionen des Straßenverkehrs sind. Obwohl sie mikroskopisch klein sind, ist ihre Wirkung immens. Sie dringen über die Lunge ein und verteilen sich über die Blutbahnen im menschlichen Organismus. Sie können zu Atemwegserkrankungen aber auch zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems führen.

Konzept gegen Feinstaub

Seit Jahren ringen Stadt und Land um Lösungen zur Verringerung der Luftverschmutzung, auch die EU macht Druck. Denn der zulässige EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft wird in Stuttgart regelmäßig überschritten. Vor allem die Kessellage sorgt dafür, dass bei einer bestimmten Wetterlage der Luftaustausch problematisch ist. Ziel ist es in Stuttgart, die Grenzwerte für Feinstaub bis 2020 einzuhalten. Stadt und Regierung hat dazu ein Konzept erstellt, dessen Maßnahmen dabei helfen sollen. Zum einen setzen sie auf den Einsatz von emissionsarmen Fahrzeugen und Maschinen. Zum einen will die staureiche Stadt ihren Autoverkehr eindämmen und auf umweltverträglichere Verkehrsmittel verlagern. 20 Prozent soll bis dahin zu öffentlichen Verkehrsmitteln wechseln. Außerdem versucht die Stadt die Luftreinhaltung bereits bei Stadtplanung und –bau zu realisieren.

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