Fehlgeburt - kein Grund zum Schweigen

Eine Fehlgeburt verstehen
Eine Fehlgeburt verstehen Ursachen und Risiko 00:01:58
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Zuckerberg: "Das ist eine einsame Erfahrung"

Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan erwarten ihr erstes Kind. Das teilte der Facebook-Gründer, wie es sich gehört, via Facebook der ganzen Welt mit. Er nutzte den freudigen Anlass aber auch, um ein schmerzhaftes Thema anzusprechen: Fehlgeburten. Er und seine Frau haben drei Fehlgeburten hinter sich. Diese Erfahrungen seien, wie er schreibt, sehr schwer und belastend gewesen. Zuckerberg ruft deshalb zu mehr Offenheit im Umgang mit diesem Thema auf.

Von Christiane Mitatselis

Zuckerbergs Baby wird ein Mädchen, den Geburtstermin verriet er nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass seine Priscilla den dritten Monat hinter sich hat. Denn erst dann gibt eine Frau normalerweise bekannt, dass sie schwanger ist. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich in der frühen Phase der Schwangerschaft - und diese enorm schwierigen Phasen der Elternschaft hat das Paar nicht nur einmal durchgestanden. .

Den durch die drei Fehlgeburten erlittenen Schmerz beschreibt Zuckerberg so: "Man beginnt, Pläne für die Zukunft zu schmieden, und dann sind sie nicht mehr da. Das ist eine einsame Erfahrung.“ Ihm und seiner Frau hätten Gespräche mit Freunden geholfen. Aus diesem Grund ruft er dazu auf, auch negative Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Es muss ja nicht bei Facebook sein, denn es ist nicht jedermanns Sache, Intimitäten ins weltweite Netz zu posaunen. Auf jeden Fall hilfreich sind Gespräche mit anderen Menschen. Wer mit der Situation gar nicht klar kommt, kann auch einen Psychologen aufsuchen. Gerade Frauen neigen dazu, die Schuld für Fehlgeburten bei sich selbst zu suchen. Dabei gehen sie nur in seltenen Fällen tatsächlich auf Fehlverhalten der Schwangeren zurück. Alkohol, Nikotin, Drogen oder starke Medikamente sind schädlich und können einen Embryo in der Frühschwangerschaft töten.

Wenn man sich entspannt, steigen die Chancen auf Erfolg

Viele andere Ursachen kann man jedoch nicht beeinflussen. Häufig entwickeln sich die befruchteten Eizellen nicht richtig und sind nicht überlebensfähig. Viele befruchtete Eizellen sterben sogar ab, bevor die Frau überhaupt etwas von einer Schwangerschaft bemerkt. Manchmal sind es Myome, die eine Einnistung der Eizelle verhindern.

Auch Stress ist schädlich und kann zu Fehlgeburten führen. Es kann ein Teufelskreis entstehen: Nach mehreren Fehlgeburten setzen sich Frauen mit Kinderwunsch oft derart Druck, dass sie dauergestresst sind – und eine weitere Fehlgeburt erleiden. Es ist wie bei vielen anderen Dingen des Lebens: Wenn man etwas mit aller Macht will, dann klappt es nicht. Erst, wenn man sich entspannt, steigen die Chancen auf Erfolg.

Und hier sind wir wieder bei Zuckerbergs Offenheits-Offensive: Wer über ein trauriges Thema spricht, frisst es nicht mehr in sich hinein – und macht einen ersten Schritt in Richtung einer entspannteren Haltung. Zuckerberg scheint vielen Menschen aus der Seele gesprochen haben, sein Aufruf jedenfalls wurde auf Anhieb tausendfach geteilt.

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