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Fehlernährung nimmt weltweit zu: Jeder dritte Mensch leidet unter Über- oder Untergewicht

Fehlernährung ist ein großes Problem: Jeder Dritte ist zu dick oder zu dünn.
Fehlernährung scheint ein ernstes Thema zu sein. © Gennadiy Poznyakov - Fotolia

Fehlernährung ist ein weltweites Problem

Laut dem aktuellen Welternährungsreport kämpfen immer mehr Menschen weltweit mit Übergewicht oder Mangelernährung. "Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein", erklärt Lawrence Haddad vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI). "Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung", heißt es weiter.

Der in Peking vorgestellte Bericht sieht mangelnde Fortschritte im Kampf gegen falsche oder unzureichende Ernährung. Die dadurch entstehenden Kosten seien "niederschmetternd". Es werde nicht genug in Vorbeugung investiert, heißt es und der derzeitige Zustand sei "völlig unakzeptabel", so die Experten.

"Die Welt ist vom Kurs abgekommen, diesen Trend zu verlangsamen und umzukehren"

44 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten zeigen demnach ein „sehr ernstes Maß“ sowohl an Unterernährung als auch an Übergewicht und Fettsucht unter Erwachsenen - das sind 57 von 129 untersuchten Ländern. "Die Welt ist vom Kurs abgekommen, diesen Trend zu verlangsamen und umzukehren", so der Bericht. Fast zwei Milliarden Menschen sind demnach übergewichtig oder sogar fettleibig. Einer von zwölf leidet unter Diabetes.

Fehlernährung sei verantwortlich für fast die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren, heißt es weiter. Außerdem gehe allein durch Über- oder Unterernährung jedes Jahr weltweit mehr Wirtschaftsleistung verloren als durch die letzte globale Finanzkrise. Wenn ein Familienmitglied in den USA zum Beispiel fettleibig ist, erhöhen sich die Gesundheitsausgaben für die Person um acht Prozent des jährlichen Einkommens. In China verliert ein Mensch mit Diabetes gut 16 Prozent seines Gehalts, da eine Krankenversicherung, wie wir sie kennen, in diesen Ländern nicht selbstverständlich ist.

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