PSYCHOLOGIE PSYCHOLOGIE

Fehler, die jede Frau in ihrem Leben gemacht haben muss

von
Depressed woman in bed with hands on face
Zu viel genascht, in den Falschen verliebt: Wer hat das nicht schon mal bereut? Doch große und kleine Fehler gehören zum Leben einer Frau dazu. © Getty Images, martin-dm

Der fiese Olaf gehört genauso zu uns wie die fiese Frisur

Was haben wir uns gefreut, als wir gehört haben, dass heute der 'Tag des Fehlers' ist. Ein Tag wie ein alter Kumpel, der uns mit einem "Passt schon! Musst dich nicht ändern" auf die Schulter klopft und uns so nimmt, wie wir nun mal sind. Dachten wir. Pustekuchen! Sooo entspannt läuft die Sache nicht: Im Tiefsten seines Inneren ist der Fehler-Tag nämlich ein Selbstoptimierungs-Tag, von wegen aus alten Fehlern lernen und ein besserer Mensch werden und so. Immerhin: Um diese Chance nutzen zu können, muss man vorher Mist gebaut haben. Das beruhigt doch schon mal.

Von Ursula Willimsky

Eine rasche Umfrage zeigt, dass es im Leben jeder Frau offenbar einen Desaster-Dreiklang gibt, der nur in Nuancen variiert:

Falschen Typ geknutscht (in extremeren Fällen: falschen Typ geheiratet),

schlimmer Haarschnitt (in extremeren Fällen: Dauerwelle selbst gemacht)

schrille Klamotten gekauft, die nicht zu einem passen, aber zu teuer waren, um sie direkt von der Einkaufstüte in den Sack für die Altkleider-Sammlung umzupacken. 

An solche Dinge denken heute vermutlich viele US-Amerikaner, schließlich ist bei ihnen 'National Failure Day'. Weshalb sie das ausgerechnet am 15. August tun, konnten wir nicht herausfinden. Ehrlich gesagt konnten wir noch nicht einmal mit absoluter Sicherheit feststellen, ob die Existenz dieses Tages nicht eine Falsch-Information ist. Die Hinweise im Netz sind da etwas spärlich. Macht aber nichts: Ein Tag, der all die Desaster, Blamagen, Niederlagen, Irrtümer und Fehlentscheidungen zelebriert, die wir unser Leben lang so durchleiden, kann kein durch und durch schlechter Tag sein. Und wenn wir aus der Selbst-Beschau auch noch was fürs Leben lernen, schadet das ja auch nichts. 


VIDEO: Diese Macken machen dich besonders attraktiv

Diese Macken machen dich besonders attraktiv
Diese Macken machen dich besonders attraktiv Wer hätte es gedacht? 00:00:53
00:00 | 00:00:53

Geahnt hat man's ja schon immer

Hand aufs Herz: Dass wir uns in dem mega-angesagten Club nicht wohlfühlen werden, haben wir ja eigentlich auch schon vorher gewusst – und trotzdem alles Erdenkliche veranstaltet, um am Türsteher vorbeizukommen. Und ja: Klar. Ein Abend mit den besten Freundinnen wäre viel netter gewesen als die angestrengte Nacht mit den obercoolen neuen Bekannten. Auch das hatten wir geahnt. Sicher wissen wir es aber nur, weil wir die 87 Kilometer zu diesem doofen Club in der nächsten Großstadt gefahren sind und uns dort tödlich gelangweilt haben.

Und ja: Das letzte Paar dieser tollen Schuhe war auch zu Hause noch eine halbe Nummer zu klein. Und ja: Bei empfindlicher Haut sollte man sich nicht den Inhalt jedes Pröbchen-Beutels ins Gesicht schmieren. Und ja: Beim Planen der Individual-Reise hätte man gründlicher auf die Landkarte schauen können und so vielleicht bemerken können, dass Ziel-Flughafen und gebuchtes Hotel nicht auf exakt derselben Insel liegen.

Andererseits: Gerade solche Details können eine Frau vor schlimmeren Fehlern bewahren. Reagiert der Reisegefährte auf die Tatsache, dass die Fähren zur Hotel-Insel nur dienstags und donnerstags fahren, langanhaltend unwirsch, muss das kein gutes Zeichen sein. Erträgt er die Information mit Gleichmut oder sogar forschem Entdeckergeist, könnte aus dem Reisegefährten vielleicht sogar ein Lebensgefährte werden. Wer weiß?

Manche kleinen Fehler werden zur "Weißt du noch-Anekdote" im Leben

Hängt auch davon ab, was man selbst im Laufe der folgenden Monate noch so an Fehlern macht. Äußerst beliebt – und nicht nur am heutigen Tage äußerst überdenkenswert – ist zum Beispiel die Verwandlung von der unabhängigen Frau zur Kontroll-Klette. Oder der Stimmungswechsel von 'bewundernd- verliebt' zu 'nörgelnd-verändernd'. Oder der Hang, ständig zu vergleichen. Sich, ihn, das eigene Leben, und überhaupt.

Jahrelang einem verheirateten Mann hinterherschmachten, Cocktail-Wett-Trinken, beim Baden wasserlösliche Wimperntusche tragen, sich der „besten“ Freundin anvertrauen, obwohl man weiß, dass sie gerne tratscht, oder einen tollen Job aus einem nichtigen Grund hinschmeißen: Kann man alles machen. Am besten recht früh im Leben, damit man´s hinter sich hat. Immerhin hat man ja die Chance, nach teilweise schmerzhaftem, mitunter aber auch recht amüsantem try and error doch auf eine Umlaufbahn zu eiern, die passt.

Und wer ganz großes Glück hat, macht dabei nur Fehler, die später das Zeug zur 'Weißt-du-noch?'-Anekdote haben. Dumme, kleine Fehler, die wie alte Fotos verblassen, auf denen man sich selbst kaum wiedererkennt. Die aber dennoch zu einem selbst und seinem Leben gehören. Genauso wie die fiese Pony-Frisur und der fiese Olaf. 

Anzeige