Fehler bei der Geburt: Baby verliert Teil des Gehirns

Schwerer Hirnschaden bei der Geburt

Der kleine Jamal ist mit einem schweren Hirnschaden zur Welt gekommen. Das besonders Tragische: Den Hirnschaden soll der Kleine durch die Geburt erlitten haben. Durch den Einsatz einer Saugglocke soll er einen Teil seines Gehirns verloren haben. "Ich wurde wie am Fließband abgefertigt", klagt die Mutter des mittlerweile 14 Monate alten Jamals. Es stehen schlimme Vorwürfe im Raum: Wurde etwa aus Zeitdruck die Saugglocke zu früh eingesetzt - und das auch noch völlig falsch?

Am Geburtsabend ihres Sohnes Jamal war Julia Gallrein die einzige Gebärende im Krankenhaus. Und doch schien Hektik zu herrschen. Die 24-Jährige fühlte sich vom Klinikpersonal völlig allein gelassen - bis auf einmal ein ihr unbekanntes Gerät ins Zimmer geschoben wird. Die Ärzte legten eine Saugglocke an. Laut eines Gutachtens soll die Saugglocke allerdings an völlig falscher Stelle angelegt worden sein: An der Fontanelle des Babys. Dort ist der Babykopf noch ganz weich - und sehr empfindlich.

"Sie haben den Schädel gesprengt, dadurch die Adern und Gehirn rausgesaugt", beschreibt die Mutter den Eingriff. Doch zu diesem Zeitpunkt schien das niemand bemerkt zu haben. Der kleine Jamal sei ganz blass und mit einer rot leuchtende Beule am Kopf zur Welt gekommen, erinnert sich sein Vater. Das Geburtsteam ging angeblich von einer ganz gewöhnlichen Beule aus. Doch am nächsten Tag hat sich der Zustand des kleinen Jungen so sehr verschlechtert, dass er verlegt werden musste.

Eltern verklagen Ärzte und Krankenhaus

Eine Notsituation gab es dem Gutachten zu Folge nicht vor. Die Eltern und Schwiegereltern von Julia haben einen schlimmen Verdacht: Jamal wurde um 21:50 Uhr geboren, um 22 Uhr ist Schichtwechsel. Das Personal wollte ihrer Vermutung nach wohl schnell fertig werden. Die Patientenanwältin Alexandra Hirsch unterstützt diese Annahme: "Es war eine normale Entbindung. Es ist eher ungewöhnlich, dass man verfrüht die Saugglocke ansetzt hat. Deswegen gibt es Indizien dafür, dass man Eile hatte."

Das Krankenhaus nimmt auf Anfrage nur schriftlich Stellung. Für die jungen Eltern ist das Verhalten unfassbar. Immerhin fehlt ihrem Sohn ein Stück Gehirn. Die behandelnde Ärztin haben sie mittlerweile angezeigt. Und auch das Krankenhaus werden sie verklagen. Die Chancen, dass sie den Prozess gewinnen werden, stehen gut. Doch das ist kein Trost dafür, dass ihr Kind ein Teil seines Gehirns verloren hat.

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