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Fehlender Impfschutz: Schon jetzt mehr Masern-Fälle als im gesamten Vorjahr

Experten warnen vor gefährlicher Masern-Welle
Experten warnen vor gefährlicher Masern-Welle Schuld sind Menschen, die sich nicht impfen lassen 00:01:01
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Kleiner Piks, große Wirkung gegen Masern

Diese Zahl ist wirklich alarmierend - denn es geht nicht um irgendeine harmlose Kinderkrankheit: 331 Menschen sind in diesem Jahr in Deutschland bereits an Masern erkrankt - das sind bereits jetzt im April sechs mehr als im gesamten Vorjahr! Grund dafür ist fehlender Impfschutz bei Kleinkindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Sind die Deutschen etwa Impf-faul?

Es ist nur ein minimaler Aufwand, aber noch immer lassen sich in Deutschland zu wenige Menschen gegen Masern impfen. Dabei kann die Krankheit besonders für Babys richtig gefährlich werden. Auch Erwachsene - und vor allem Eltern - sollten sich bei ihrem Hausarzt über die Masern informieren, denn auch Erwachsene könnten eine Zweitimpfung gebrauchen.

Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte jetzt erschreckende Zahlen zur Maserninfektion und außergewöhnlich viele Krankheitsfälle. Masern sind nicht nur hochansteckend, sie schwächen auch das Immunsystem und können sogar mit einer Gehirnerkrankung oder auch tödlich enden. "Ich kann es nicht verstehen und nicht vertreten, dass man sein Kind nicht gegen Masern impft. Denn ich bin dankbar für jede Impfung, die ein Kind schützen kann", erklärt die Kinderärztin Dr. Barbara Teichmann. Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um gefährlichen Infektionskrankheiten vorzubeugen.

Ärzte empfehlen mittlerweile, den ersten Masern-Impftermin für das Kind vorzuziehen

Kleinkinder sind besonders anfällig, da die Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie, im Kindergarten oder in der Schule groß ist. Normalerweise bekommen Kinder erst ab dem vollendeten 11. Monat die Masern-Impfung. Ärzte empfehlen mittlerweile aber, den ersten Impftermin für das Kind vorzuziehen auf 9 Monate, um so früh wie möglich für einen Schutz zu sorgen. Nach dem zweiten Lebensjahr muss dann die zweite Impfung erfolgen.

Frauen mit Kinderwunsch sollten sich dementsprechend selbst schon vor der Schwangerschaft gegen Masern impfen lassen, um den Schutz des Neugeborenen, gewährleisten zu können. Laut Robert-Koch-Institut hatten 2015 nur 92,8 Prozent der Schulanfänger die wichtige zweite Masern-Impfung erhalten - 95 Prozent wären nötig, um einen flächendeckenden Schutz zu gewährleisten. Die Impflücken in Deutschland sollen im Jahr 2015 am größten gewesen sein. Über 2.400 Masernfälle wurden in diesem Jahr registriert.

Das RKI rät daher, bei Kinderimpfungen auch den Masern-Status der Eltern prüfen zu lassen! Im Zweifelsfall können die Eltern dann den fehlenden Schutz mit einer zusätzlichen Impfung nachholen.

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