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Fear of Happiness: Warum manche Leute nicht glücklich sein wollen

Die dunkle Seite des Glücks

Gerade scheint im Leben alles rund zu laufen: Der Job macht Spaß, die Beziehung ist harmonisch. Eigentlich ein Grund, um glücklich zu sein. Doch das gilt längst nicht für alle. Denn immer mehr Menschen verfallen gerade dann in einen Angstzustand, wenn sie eigentlich besonders glücklich sein sollten.

Psychologen nennen dieses Phänomen Fear of Happiness. Also auf Deutsch: die Angst vor dem Glücklichsein, die oft mit einer leichten Depression einhergeht. Doch wieso versuchen manche Menschen gezielt, Glücksgefühle zu unterdrücken?

Wie Manfred Stelzig, Psychiater und Neurologe aus Salzburg, gegenüber der ‚Welt‘ erklärte, steckt hinter der Fear of Happiness vor allem die Angst, etwas Liebgewonnenes wieder zu verlieren. Betroffene befürchten, dass sie als Bestrafung für ihr Glück anschließend mit etwas Negativem rechnen müssen. Besonders schwer, einen Erfolg auszukosten, fällt es deswegen Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Denn die empfinden ihr Glück häufig als unverdient.

Glücklichsein ist eine Frage der Gene

Phänomen 'Fear of Happiness'
Viele Menschen fürchten sich vor Glücksmomenten. © Benicce - Fotolia

Ob ein Mensch die Fähigkeit besitzt, Glück zu empfinden, liegt aber vor allem in den Genen. Schon bei der Geburt steht fest, ob ein Mensch Freude zulassen kann oder sich davor fürchtet. Doch kein Grund zur Sorge: Auch falls es Ihnen bislang schwer fällt, positive Gefühle zuzulassen - jeder Mensch kann Glücklichsein erlernen.

Der Psychiater empfiehlt Betroffenen dafür, sich langsam an Glücksmomente ranzutasten. So können Sie Ihre Angst, die Sie daran hindert, Genuss zu empfinden, Schritt für Schritt ablegen.

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