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Familienurlaub: So wichtig ist gemeinsame Erholung

Familienurlaub
Gemeinsamer Urlaub © picture alliance, CHROMORANGE / A. Shalamov

Warum die gemeinsame Zeit im Familienurlaub so wichtig ist

Es ist Sommer. In vielen Bundesländern haben die Ferien begonnen und läuten damit für Familien die Urlaubssaison ein. Aber leider verreisen nicht alle. Der deutsche Kinderschutzbund schätzt, dass drei Millionen Kinder in Deutschland aus Kostengründen nicht in den Urlaub fahren. Der Präsident des Schutzbundes erklärte in einem Interview, dass die Zahl der Kinder, die ihre Ferien zu Hause verbringen müssen, in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen ist.

Von Sabine Möller

Ich kann mich gut an unsere Familienurlaube erinnern. Bayern, Thüringen, Nordsee – das war es so im Groben. Meine Eltern sind nicht oft mit mir in den Urlaub gefahren – aus Geldmangel. Ein bisschen neidisch war ich schon auf meine Schulfreunde, weil sie in die Sonne flogen und so braun wiederkamen und von den Ferien in Italien, Ägypten oder der Türkei erzählen. Ich dagegen wurde drei Sommer nacheinander ins Ferienlager geschickt, „damit wenigstens einer Urlaub macht“, sagte meine Mutter damals. Sie hat monatelang jede Mark gespart, damit ich im Sommer für zehn Tage Spaß hatte.

Dass die Kinder von heute selbst das nicht können, ist traurig. Darum fordert Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, für Hartz-IV-Familien im Sommer 300 Euro mehr zu zahlen, damit sie sich einen Urlaub leisten können, denn das schaffe eine gemeinsame Identität. „Davon zehren viele das ganze Jahr über. Fällt dies weg, ist der Zusammenhalt vor allem für wirtschaftlich schwache Familien gefährdet“, sagte er im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Urlaub ist besonders für ärmere Familien wichtig, weil sie so aus ihrem Alltag, der von Hartz IV und Armut geprägt ist, fliehen können. Den Kinderseelen tut es genauso gut wie denen der Erwachsenen. Vor allem aber für den Zusammenhalt der Familie sind gemeinsame Unternehmungen von elementarer Bedeutung. Gemeinsam Lachen, gemeinsam entdecken, gemeinsam erleben: Das macht Familienleben aus. Von den Erinnerungen zehren wir bis ins Erwachsenenalter. Zelten mit Freunden, Buden bauen im Garten, plantschen im See oder lange draußen bleiben im Sommer - gemeinsame Unternehmungen geben Kraft, die Aufgaben des Alltags gemeinsam zu meistern und bringen Kinder und Eltern wieder zusammen.

Familienurlaub bringt Eltern und Kinder näher zusammen

Natürlich reichen die 300 Euro „Urlaubsgeld“, die der Präsident des Kinderschutzbundes fordert, bei weitem nicht für einen Pauschalurlaub in den Süden aus; sie sollten aber zumindest für Zerstreuung in der Umgebung verwendet werden. Denn Museen, Freibäder oder andere städtische Einrichtungen bieten für sozial schwache Familien oft besondere Rabatte und spezielle Ferienangebote, die genutzt werden sollten, damit sie auch in der Zukunft bestehen bleiben. Die Bundesländer Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen gewähren sogar Zuschüsse zur Familienerholung.

Für Familien, die dennoch verreisen möchten, aber das Geld für einen großen Urlaub nicht aufbringen können, hat das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung einen Katalog mit Urlaubsorten in Deutschland zusammengestellt. Der bietet insbesondere Familien, Alleinerziehenden, Familien mit geringerem Einkommen oder Familien mit behinderten Kindern die Möglichkeit, ein geeignetes Urlaubsquartier für die Bedürfnisse von Eltern und Kindern zu finden. Den Katalog kann man sich hier (http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=3022.html) kostenlos herunterladen.

Jetzt aber mal die Frage an euch: Wie gestaltet ihr euren Kinder schöne Sommerferien, wenn das Geld knapp ist? Wir sind auf Vorschläge gespannt.

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